CHL

23. August 2017

„Wollen beste Eishockey-Plattform Europas werden“

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Die CHL startet in ihre vierte Saison und hat eine klare Mission / Martin Baumann im Interview

Die Champions Hockey League startet am Donnerstag in ihre vierte Saison. CHL-Geschäftsführer Martin Baumann zieht Bilanz und gibt einen Ausblick, in dem auch die deutschen Teilnehmer eine wesentliche Rolle haben.

Die CHL geht in ihre vierte Saison. Hat sich die „Königsklasse“ im internationalen Kalender etabliert?

Klares ja! Dabei war der Start wirklich durchaus holprig. Wir haben vieles richtig gemacht, aber ein Grundproblem war natürlich, dass man sich in der Startphase in den Wettbewerb „einkaufen“ konnte. Das hat dem Sport und damit der Akzeptanz geschadet. Andererseits: Ohne das wirtschaftliche Engagement vieler Vereine, die an die Idee geglaubt und investiert haben, hätte die CHL gar nicht Fuß fassen können!

Die teilnehmenden Teams haben sich diesmal erstmals ausschließlich sportlich qualifiziert!

Ja, wir können nun unsere Mission angehen: Wir wollen die CHL zur besten Eishockey-Plattform Europas ausbauen! Dabei setzen wir auf Qualität und nicht mehr auf Quantität. Dafür haben wir das Teilnehmerfeld reduziert, den sportlichen Wert aber erhöht. So sind in diesem Jahr 13 nationale Meister am Start – dazu gesellen sich ausschliesslich Teams, die sich ihren Startplatz mit starken Leistungen in der nationalen Meisterschaft erkämpft haben.

Was macht Sie so optimistisch, dass Sie Ihr Ziel erreichen werden?

Ein wesentlicher Punkt ist: Wir haben mit Infront einen Vermarktungsvertrag über sechs Jahr abgeschlossen. Der sichert uns kontinuierlich steigende Einnahmen. Während wir in der anstehenden Saison 1,5 Millionen Euro Preisgeld ausschütten können, werden dies in der Saison 2022/23 bereits 3,5 Millionen Euro sein. Der Sieger allein wird davon 720.000 Euro erhalten. Damit erhöht sich natürlich auch der Anreiz und damit die Konkurrenz, sich für die CHL zu qualifizieren. Dazu haben wir eine weltweite TV-Präsenz. Wir werden also von August bis Februar weltweit im TV gesehen, damit sind wir natürlich auch für potenzielle Sponsoren ein attraktiver Partner.

Um bestes europäisches Club-Eishockey zu sehen, müsste aber sicher auch die russische KHL in den Wettbewerb integriert werden?

Das ist vollkommen richtig. Wir hoffen natürlich, dass wir die KHL sobald als möglich an Bord nehmen können und sind mit ihr deshalb im ständigen Austausch.

Die Ergebnisse der deutschen Teams waren in den ersten drei CHL-Jahren eher durchwachsen. Sehen Sie hier Steigerungsmöglichkeiten?

Auf dem Eis haben die deutschen Teams sicher manchmal einige Probleme. Dabei ist der deutsche Markt für die CHL sehr wichtig. Das Zuschauer-Interesse ist hier sehr groß und auch von der Wirtschaftskraft her ist das ein Markt mit hohem Potenzial. Gerade deshalb wünschte ich mir, dass ein deutsches Team mal eine Cinderella-Story schreibt und zumindest ins Halbfinale vordringt. Vielleicht ja schon in dieser Saison.