Vorbericht

14. Oktober 2016

Topspiel in Wolfsburg - DEG trotz Sorgen voller Selbstvertrauen

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

München drückt Augsburg in Köln die Daumen / Straubing möchte zurück in die Erfolgsspur / Panther empfangen einzigen deutschen CHL-Vertreter /  Neuling zu Gast in Mannheim

Spieltag Nummer neun steht auf dem Programm und sieben Partien starten um 19.30 Uhr: Dabei empfangen die Kölner Haie im ersten von zwei Heimspielen des Wochenendes die Augsburger Panther. Denen drückt der EHC Red Bull München für diese Aufgabe ausnahmsweise mal die Daumen. Bei einer Niederlage der Haie und einem Sieg der Münchener beim Letzten aus Iserlohn würden die Red Bulls das Zepter übernehmen. So richtig in die Spitzengruppe reindrängeln können sich die Grizzlys Wolfsburg und die Schwenninger Wild Wings – es ist das Topduell Dritter gegen Fünfter.

Die von Verletzungen geplagte Düsseldorfer EG bekommt es mit den Thomas Sabo Ice Tigers zu tun, zeigt aber durchaus Selbstvertrauen, während der ERC Ingolstadt mit den Eisbären Berlin den einzig noch verbliebenen deutschen Vertreter der CHL zu Gast hat. In Straubing wollen die heimischen Tigers ihre drei Spiele andauernde Formkrise gegen die Krefeld Pinguine beenden und Neuling Bremerhaven reist mit dem Rückenwind von zwei zuletzt siegreichen Auswärtsspielen zu den Adlern aus Mannheim. Ob da wieder was geht? 


27 Spiele haben die Iserlohn Roosters bislang in ihrer DEL-Historie gegen den EHC Red Bull München absolviert, doch die Bilanz ist in Anbetracht der unterschiedlichen finanziellen Leistungsfähigkeit gar nicht so schlecht. 11 Mal gingen die Sauerländer als Sieger vom Eis, haben sich vor allem zuletzt eine hervorragende Heimbilanz gegen die Bayern erarbeitet. So konnte das Pasanen-Team in den letzten vier Matches immer punkten, feierte zwei Siege, musste sich zwei Mal dem amtierenden Meister nach Verlängerung geschlagen geben. Diese Bilanz hoffen die Sauerländer am morgigen Abend ausbauen zu können. „Natürlich wird das eine mehr als schwere Aufgabe. München gehört zu den besten Mannschaften der Liga. Aber es kommt nicht auf sie an, sondern ausschließlich auf uns. Wenn wir bei uns bleiben, einfach und ohne Fehler spielen, dann haben wir auch eine Chance das Match für uns zu entscheiden“, unterstreicht Neuzugang Christopher Fischer. Die Fans freuen sich auf das Wiedersehen mit den Ex-Roosters Michael Wolf und Brooks Macek. Mathias Lange wird im Tor stehen. Einen guten ersten Eindruck hat Neuzugang Johan Larsson hinterlassen, von dem alle an diesem Wochenende allerdings noch nicht zu viel erwarten wollen. „Er hat mit einem Drittligisten in Schweden trainiert, aber keine Spielpraxis, deshalb muss er sich erst an das Spieltempo gewöhnen. Das kann etwas dauern“, so Trainer Jari Pasanen.


Die Ansage am vergangenen Wochenende war klar. „Das Positive und den Schwung nehmen wir jetzt mit", sagte Thomas Oppenheimer nach seinem erstem Saisontor für den ERC Ingolstadt und dem 5:4-Erfolg in Straubing. Allerdings dürfte die kommende Aufgabe alles andere als einfach sein, wenn die Eisbären Berlin ihre Visitenkarte bei den Schanzern abgeben. Zwar lief es beim Hauptstadt-Club am vergangenen Wochenende nach zwei Niederlagen überhaupt nicht rund, dafür behauptete sich das Team von Trainer Uwe Krupp in der Champions Hockey League (CHL): Durch einen 2:1-Erfolg  beim derzeitigen Schweizer Liga-Spitzenreiter EV Zug erreichten die Eisbären am Dienstagabend das Achtelfinale – und das als einziger deutscher Vertreter. „Ich gehe von einem engen Spiel aus. Berlin hat sehr viel Qualität im Kader“, sagte Keeper Timo Pielmeier.



Die Haie gehen mit Rückenwind in die kommenden. Sechs Siege aus den ersten sieben Partien und drei Erfolge in Serie stehen für das Team von Cheftrainer Cory Clouston zu Buche. Vor dem kommenden Wochenende führt der KEC damit die Liga als Tabellenführer an (18 Punkte). Und den Platz an der Spitze wollen die Haie natürlich verteidigen. Zwei Heimspiele stehen auf dem Programm: Heute gegen Augsburg und Sonntag gegen Wolfsburg. „Wir wollen uns auch in diesen Spielen weiterentwickeln und natürlich keinen Schritt zurück machen“, erklärt Haie-Coach Clouston mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der eigenen Arena. „Wir werden an unserer bisherigen Spielweise nicht viel ändern, was aber nicht heißt, dass wir uns nicht weiter verbessern wollen“, so Clouston weiter. Freitag-Gegner Augsburg musste zuletzt zwei Niederlagen in Folge hinnehmen und steht vor dem anstehenden Wochenende auf Rang 12 der Tabelle (9 Punkte). In der Vorsaison konnten die Panther im September erstmals seit acht Niederlagen wieder in Köln gewinnen (3:2). Doch bereits das zweite Duell in der LANXESS arena ging wieder an die Haie (4:2). Die Punkte will der KEC am Freitag natürlich auch in der Domstadt behalten.


Bei den einen zeigt die Leistungskurve nach unten, bei den anderen etwas nach oben. Die Straubing Tigers stehen vor dem Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine etwas unter Druck. Dreimal in Folge ging das Team von Trainer Larry Mitchell nach einem starken Saisonstart zuletzt als Verlierer vom Eis. „Aus solchen Niederlagen kann man aber auch immer lernen. Das sollten wir bis zum Match gegen Krefeld am Freitag tun“, forderte Mike Connolly. Bei den Krefeldern sieht die Sache schon etwas besser aus, gegen Wolfsburg und Berlin holten sie zuletzt vier Punkte, sind aber immer noch im Tabellenkeller. Keeper Niklas Treutle scheint der Fritzmeier-Truppe wieder etwas mehr Stabilität zu verleihen. „Wir wollen in Straubing auf jeden Fall etwas mitnehmen“, sagte Daniel Pietta.



Das Spitzenspiel am neunten Spieltag steigt am Freitagabend in der Eis Arena. Die Grizzlys (Tabellendritter) empfangen die Schwenninger Wild Wings, die aktuell nur zwei Plätze dahinter rangieren. Mit einem Sieg kann der Vizemeister seinen Platz unter den Top-Teams der DEL festigen.  . „Nach der CHL müssen wir  den Schalter direkt umlegen und von der ersten Sekunde an voll da sein", betont Jeff Likens. Nach der x-ten englischen Woche müssen die Grizzlys noch einmal alle Kräfte bündeln. „Die letzten Wochen waren anstrengend. Das wird aber sicher keine Ausrede sein. Die Jungs sind in guter Verfassung und spielen bekanntlich lieber, als sie trainieren. Nach den beiden Spielen gegen Schwenningen und Köln ist etwas zur Regeneration", so Trainer Pavel Gross. Die Wild Wings sind bislang eine der positiven Überraschungen der noch jungen Saison. Mit Tabellenplatz fünf rangieren die Schwarzwälder mitten zwischen den Top-Teams der Liga und halten sich die Tür zu den Playoffs bislang mehr als nur offen. „Schwenningen spielt derzeit sehr solide. Sie werden uns vor eine schwere Aufgabe stellen, die wir lösen müssen", betont Gross. 


Es ist eine Premiere für die Adler: Heute treffen sie erstmals in der DEL auf die Fischtown Pinguins. Vor dem Heimspiel gegen die Norddeutschen blickte Cheftrainer Sean Simpson kurz auf das vergangene Wochenende zurück und nahm seine Jungs in die Pflicht. „Unser Schwerpunkt lag auf der Arbeit in der defensiven Zone. Wir kassieren zu viele Gegentreffer und dürfen nicht mehr so viel vor unserem Tor zulassen“, erklärte Mirko Höfflin. Obwohl Liganeuling Bremerhaven als vermeintlicher Underdog in seine erste DEL-Saison ging, sprechen die bisherigen Ergebnisse der Norddeutschen für sich. „Die Pinguins haben am vergangenen Wochenende sechs Punkte geholt, das sagt alles“, warnt Simpson. Daniel Sparre stößt ins gleiche Horn: „Wir dürfen sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie haben bereits einige Spiele gewonnen, die Liga ist sehr ausgeglichen. Wenn wir nicht hochkonzentriert in die Partie gehen, dann wird es gegen jeden Gegner schwer.“ Obwohl die Norddeutschen ihre DEL-Tauglichkeit bereits unter Beweis gestellt haben, gibt Simpson seinen Spieler eine klare Ansage mit auf den Weg: „Nach dem Auftritt gegen München muss etwas kommen.Ich habe Verletzungspech noch nie als Ausrede benutzt und werde jetzt nicht damit anfangen. Wir haben immer noch eine gute Mannschaft mit hoher Qualität“, nimmt Simpson die Jungs in die Pflicht, die zur Verfügung stehen.


Die Düsseldorfer EG steht am kommenden Wochenende vor zwei großen Herausforderungen: Am Freitag (14. Oktober, 19.30 Uhr) empfängt sie mit den Thomas Sabo Ice Tigers einen der Geheimfavoriten auf den Titel. Am Sonntag geht’s nach Krefeld. Bei der aktuellen Verletzungs-Misere lohnt ein kurzer Blick ins Lazarett: Daniel Kreutzer (Schulter-OP am Montag), Tim Conboy (Knie; wird Mitte November zurückerwartet), Bernhard Ebner (nach Ellenbogen-OP ebenfalls bis Mitte November raus) und Christoph Gawlik (Muskelfaserriss) fallen aus. Erneut im Kader steht wohl Nachwuchs-Stürmer Leon Niederberger, der beim Sonntag-Sieg seinen ersten DEL-Treffer erzielt hat. Kreutzer: „Wir haben am vergangenen Wochenende zweimal gewonnen. Diesen Schwung wollen wir in die kommenden beiden Spiele mitnehmen. Nürnberg hat erneut einen top besetzten Kader mit vielen Spitzenleuten. Dazu kommt, dass die Ice Tigers derzeit auswärts fast besser zurechtkommen als zuhause. Wir müssen also absolut auf der Hut sein und eine ähnliche Leistung bringen wie am Sonntag in Wolfsburg. Wir können auch gegen Nürnberg gewinnen – trotz unserer vielen Ausfälle."