Lage der Liga

23. Oktober 2017

Stürmer in Scorerlaune: Müller jagt Draisaitls Rekord

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

„Malla“ seit zwölf Spielen an KEV-Treffern beteiligt / Furchner durchlebte Wechselbad der Gefühle / Ehrhoff und Müller Kölns neue „Torjäger“ /  Wild Wings schon Siebter dank starker Defensive und Strahlmeier

Ein gefeierter Jubilar, ein Rekord-Jäger, zwei torfreudige Verteidiger und ein Team, das sich heimlich, still und leise nach oben pirscht – das vergangenen DEL-Wochenende lieferte wieder ein paar nette Geschichten. 

Zum einen wäre da Sebastian Furchner. Der Wolfsburger Stürmer durchlebte am Wochenende ein Wechselbad der Gefühle. Erst krönte er sein 900. DEL-Spiel am Freitag beim 6:2 über die Adler Mannheim mit einem Treffer, dann setzte es keine 48 Stunden später ein 1:5 seiner Grizzlys bei den Kölner Haien - eben jenem Ex-Clubs Furchners. Damit verlief das Wochenende zwar nicht ganz so rund für den Routinier, doch die Freude über den Meilenstein überwog natürlich.

„Ich bin sehr glücklich und stolz. Es war ein toller Abend, von der tollen Choreo der Fans und der Ehrung, über das Spiel, unsere Leistung und natürlich mein Tor“, sagte ein ergriffener Furchner: „Das war sehr emotional, ich hatte Gänsehaut.“ Ob die 1.000-Spiele-Marke ein Ziel ist? Furchner nickte mit einem Grinsen, betonte aber auch, dass er nur von Spiel zu Spiel denke.

Pavel Gross über Sebastian Furchner

„Furchi ist ein Typ, wie man ihn haben muss, einer, der immer alles hundertprozentig macht.“

Wenn es nach Trainer Pavel Gross geht, dann dürfte sein Angreifer wohl auf immer und ewig Eishockey spielen. Der Wolfsburger Coach, sonst eher zurückhaltend, was Lob betrifft, sagte: „Furchi ist ein Typ, wie man ihn haben muss, einer, der immer alles hundertprozentig macht.“ Ein Ritterschlag.

Rick Adduono hat derzeit auch einen Lieblingsspieler. Auch wenn der Krefelder Trainer das Kollektiv zumeist in den Vordergrund stellt, dürfte der Übungsleiter an seinem Stürmer Marcel Müller besonders viel Spaß haben. Zu Recht. Denn „Malla“ spielt aktuell eine ganz starke Saison für den KEV.

Beim 5:2-Sieg in Ingolstadt schoss er zwei Tore und bereitete ein weiteres vor. Damit ist der baumlange Angreifer nun sogar Top-Torjäger der Liga (10 Treffer) und zweitbester Scorer hinter Münchens Keith Aucoin. Im Verbund mit seinen Nebenleuten Daniel Pietta und Zugang Jordan Caron läuft es derzeit prächtig.

„Ganz nebenbei“ ist Müller der heißeste Spieler der Liga. In jedem seiner zwölf Saisoneinsätze konnte sich der Linksschütze mindestens einen Scorerpunkt gutschrieben lassen. Eine starke Quote. Rekordhalter in dieser Wertung ist übrigens Peter Draisaitl. Der Vater des heutigen NHL-Stars Leon schaffte in der Saison 1994/1995 das Kunststück 21 Spiele in Folge zu scoren. Ein weiter Weg also noch für Müller – in der aktuellen Form jedoch wäre es nicht ausgeschlossen, wenn er zumindest nah an Draisaitls Rekord aus Kölner Zeiten heran kommt.

Apropos Köln: Genau wie Müller war Christian Ehrhoff beim 5:1 über die Grizzlys Wolfsburg mit zwei Toren und einer Vorlage maßgeblich am Sieg der Domstädter beteiligt. Der Haie-Kapitän schraubte sein Punktekonto auf nunmehr 15 hoch. Damit ist er bereits viertbester Scorer der Liga – und das als Verteidiger.

In Köln sind Verteidiger-Tore offenbar in Mode. Ehrhoffs Kollege Moritz Müller durchbrach seinen Torfluch am Wochenende gleich doppelt. Erst gegen Ingolstadt und gestern dann gegen Wolfsburg schoss der Nationalspieler jeweils ein Tor. In der gesamten vergangenen Saison hatte Müller gar nicht getroffen. Schon jetzt hat er seine Punktequote des Vorjahres (4) überboten. Zwei Treffer und vier Vorlagen stehen in Müllers Statistik.

Und da gibt es ja noch die Schweninger Wild Wings. Heimlich, still und leise hat sich die Mannschaft von Trainer Pat Cortina auf den siebten Tabellenplatz vorgearbeitet. Dank eines Sechs-Punkte-Wochenendes. Garant dafür war einmal mehr eine starke Defensive. Mit 35 Gegentreffern sind die Schwarzwälder drittbestes Team der Liga, was die Anzahl der Gegentore betrifft. Dustin Strahmleier im Kasten der Wild Wings bestätigt das Vertrauen seines Coaches von Spiel zu Spiel. Bleibt für Schwenningen zu hoffen, dass es so weiter geht.