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Ehemaliger NHL-Legionär überragte mit 15 Scorer-Punkten / Ein stiller Leader

Playoff-MVP Hecht: „Wir sind belohnt worden“

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Jochen Hecht schöpfte in den Playoffs sein ganzes Potenzial und seine große Erfahrung für die Adler Mannheim aus. Die sammelte der 37 Jahre alte gebürtige Mannheimer in 15 Jahren Eishockey auf dem nordamerikanischen Kontinent. 833 Spiele absolvierte Hecht in der NHL für die St. Louis Blues, die Edmonton Oilers und die Buffalo Sabres. Mit dem Linksaußen des neuen DEL-Meisters sprach del.org.

Jochen Hecht, Sie haben eine lange NHL-Karriere hinter sich. Was bedeutet für Sie der DEL-Titel?
Egal, ob man in der NHL oder in der DEL spielt: Man arbeitet ein ganzes Jahr hart auf den Titel hin. Und wenn man den Pott dann in den Händen hält, ist das ein unbeschreibliches Gefühl.

Sie sind MVP geworden. Setzt das dem Meistertitel die Krone auf?

Ich habe mein Bestes gegeben. Dass das dabei auch noch herausgesprungen ist, macht die Sache noch schöner. Aber ich alleine hätte das nicht schaffen können. Die 21 Mann auf dem Eis und die Fans haben genauso großen Anteil an diesem Erfolg. Es ist ein Supergefühl, deutscher Meister zu werden. Und die MVP-Trophäe bestätigt die eigene Leistung.

Wie haben Sie den Spielfilm dieser Saison vor Augen? Sie sind Hauptrundenmeister geworden und haben dann eine wilde Reise durch die Playoffs gemacht.

Wir waren recht früh vorne und konnten uns die gesamte Saison behaupten. Aber wir mussten auch eine Schwächephase im Januar und Februar durchlaufen. Wir haben uns danach gefangen. In den Playoffs haben uns die Spiele gegen Wolfsburg sehr viel Selbstvertrauen und die Gewissheit gegeben: Egal wie es steht, wir werden hart weiterarbeiten und dann auch erfolgreich sein. Gegen Ingolstadt haben wir in den ersten drei Spielen nicht unser bestes Eishockey gespielt. Aber wenn wir unser bestes Eishockey spielen, werden wir Erfolg haben. Und das hat sich bewahrheitet. Wir haben gezeigt, dass wir die beste Mannschaft der Liga sind.

Der Titel des Hauptrundenmeisters kann zur Last werden, wenn es in die Playoffs geht. Was bedarf es, um diese Last schultern können?
Der Glaube an Deinen Nebenmann. Wir hatten vier Reihen, die gleichwertig waren. Wir waren nie negativ, was sehr selten ist. Wir waren voller Zuversicht, und dafür sind wir belohnt worden.
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Nach dem 1:6 im Spiel 3 wusste keiner so recht, wie das geschehen konnte. Wie hat die Mannschaft dieses Negativerlebnis verarbeitet?
Das Spiel hat uns gezeigt, wenn wir uns den Arsch nicht aufreißen, kann das schnell in die Hose gehen. Allerdings wussten alle bei uns auch, dass wir besser spielen können. Die Coaches haben uns einen Plan gegeben, wie wir Ingolstadt schlagen können. Es war sicherlich eine Scheißerfahrung, aber die hat uns mehr geholfen als geschadet.

Sie haben einen großen Erfahrungsschatz aus Ihrer Zeit in der NHL. Was konnten Sie daraus in diese Finalserie einbringen?
Wir haben vor dem Finale in keiner Serie zurückgelegen. Als Meister muss man diese Erfahrung auch machen und zeigen, dass man es verdient hat, am Ende vorne zu sein - einfach den Druck ausblenden, nur an das nächste Spiel denken und volle Kanne zu gehen.

Sie waren 15 Jahre in Nordamerika. Wieviel ist davon noch präsent?
Sehr viel. Ich war zweimal im Halbfinale, habe aber auch die Playoffs verpasst. Diese Erfahrungen sind wichtig, vor allem für junge Spieler. Die Chance, um die Meisterschaft zu spielen, ist nicht selbstverständlich. Da muss man zupacken.