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Haie-Stürmer gehört in Füssen zu den erfahreneren Spielern / Pendler zwischen Köln und Stuttgart

Philip Riefers will "den nächsten Schritt machen"

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Temperatursturz! Genau den erleben derzeit die Perspektivspieler der Nationalmannschaft in Füssen. Bei sommerlichen Außentemperaturen geht es für den Kader innerhalb von drei Tagen sechs Mal in die kühle Eishalle. Kühl? Eine eher trügerische Kälte, wie die Spieler nach der ersten, intensiven Einheit am Mittwochabend feststellen konnten. „Ob jetzt draußen in der Sonne oder drinnen auf dem Eis, geschwitzt wird überall“, nimmt's Philip Riefers trotzdem mit Humor.

Der Kölner Stürmer gehört mit seinen erst 24 Jahren schon fast zu den erfahreneren Spielern im Nationalkader. 302 DEL-Spiele (17 Tore, 31 Vorlagen, 48 Punkte) hat Riefers bereits auf dem Buckel. Seine ersten beiden Länderspiele bestritt der gebürtige Krefelder im Dezember 2013 gegen Lettland - und machte seine Sache mehr als ordentlich. Was wohl auch Bundestrainer Pat Cortina so gesehen haben dürfte, der Riefers erneut für das Sommercamp in Füssen nominierte. "Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Besser kann man sich nicht auf den Trainingsstart vorbereiten", sagt der Rechtsschütze.

Seit der Saison 2011/2012 ist Riefers nun beim KEC, wechselte damals von den Pinguinen aus Krefeld wenige Kilometer rheinabwärts zu den Haien. Coach Uwe Krupp wollte das Talent unbedingt in seinen Reihen haben. „Der Wechsel nach Köln war die beste Entscheidung. Ich habe vom Trainer gleich in meinem ersten Jahr recht viel Eiszeit bekommen“, blickt Riefers zurück.

So sollte es auch weiter gehen. Krupp sorgte dafür, dass der Angreifer auch in entscheidenden Situationen wie den Special-Teams oder am Ende einer engen Begegnung, wenn es kritisch wurde, seine "shifts" bekam. Das, gepaart mit Einsätzen beim Oberliga-Kooperationspartner Füchse Duisburg, wo Riefers eine Führungsrolle übernahm, sorgte für einen Entwicklungsschub: „Man gewinnt eine Menge Erfahrung, das ist für jeden jungen Spieler immens wichtig.“

Mit Erfolg: In der vergangenen Saison gehörte die Sturmformation mit Riefers, Marcel Ohmann und Rok Ticar zu der gefährlichsten vierten Reihe der gesamten DEL. Ende der Hautrunde allerdings war es dann vorbei mit der Herrlichkeit. Riefers zog sich einen Riss des rechten Syndesmosebandes zu und musste vier Wochen pausieren. Doch schon im Halbfinale gegen Wolfsburg stand der 1,92 Meter Stürmer wieder auf dem Eis. Der Rest ist bekannt.

Der Frust der Final-Niederlage gegen Ingolstadt ist längst der Vorfreude auf die anstehende Saison gewichen. Ganz normal nach einem langen Sommer, den Riefers fast ausschließlich in heimischen Gefilden verbrachte. Allerdings auch viel im Auto saß - der Liebe wegen. Riefers wurde zum Pendler: „Meine Freundin studiert in Stuttgart, das sind pro Strecke fast 400 Kilometer.“ Schon ein ganzes Stück weiter als die nur rund 60 Kilometer zwischen Köln und seiner Geburtsstadt Krefeld, wo er nach wie vor regelmäßig Freunde und Familie besucht.

Riefers will nicht nur in den kommenden Tagen bei der Nationalmannschaft sein Bestes geben, sondern auch im Club den nächsten Schritt machen. „Klar möchte man in einer der ersten Reihen spielen, aber unser Kader ist sehr gut besetzt.“ Vorteil: Coach Uwe Krupp setzt meist alle vier Sturmformationen gleich oft ein, so dass sich Riefers über mangelnde Eiszeit nicht beklagen dürfte. Mit dem nötigen Engagement will er seinen Trainer überzeugen. Zum einen, um mit den Haien Erfolg zu haben und endlich ans ersehnte Meisterschaftsziel zu gelangen, zum anderen, um sich für die WM 2017 im eigenen Land zu empfehlen. „Das wäre ein Traum“, bestätigt er.

In diesem Fall müsste dann wohl seine Freundin zur Pendlerin werden.