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Debütanten überzeugten / Michael Wolf: „Ich sehe uns in der Welt zwischen Platz acht und elf“

Nationalmannschaft: Minimalziel erreicht, aber Luft nach oben

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Pat Cortina stand noch unter dem Eindruck des letzten Gruppenspiels gegen Österreich, als er gefragt wurde, wie sein Gesamtfazit nach der 2015 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Tschechien ausfiel. Der Bundestrainer überlegte nach dem 2:3 nach Penaltyschießen kurz und sagte dann, dass er im gesamten Turnierverlauf Höhen und Tiefen erlebt habe.

„Ich bin allgemein mit dem Auftreten, bis auf das zweite Spiel gegen Kanada, zufrieden. Die Jungs haben alles gegeben und teilweise auch gutes Eishockey gezeigt“, meinte Cortina und verwies dabei auch auf die doch nicht gerade günstigsten Umstände der deutschen Auswahl bei der Spielplangestaltung des WM-Komitees: „Man darf nicht vergessen, dass wir nicht nur viele Ausfälle zu beklagen hatten, sondern auch, dass wir als einziges Team in diesem Turnier sieben Spiele in zehn Tagen absolvieren mussten. Diese Belastung hat die Mannschaft hervorragend gemeistert.“

In der Tat war das Pensum enorm. Dass in sieben Spielen lediglich zwei Siege heraussprangen und die Nationalmannschaft gegen Österreich noch einen Punkt holte, war, rein an nackten Zahlen gemessen, das mehr oder minder zufriedenstellende Ergebnis. Der Abstieg wurde dadurch vermieden. Mehr allerdings wurmte den Bundestrainer, dass für seine Mannschaft gerade bei den starken Leistungen gegen die Favoriten Tschechien (2:4) und Schweden (3:4) mehr drin gewesen wäre. Das Viertelfinale hatten sich die Spieler nach dem 2:1-Sieg über Lettland selber zum Ziel gesetzt.

Es folgte das 2:4 gegen den Gastgeber, auch dank einer Galaleistung von Jaromir Jagr. „Hier haben wir uns selber um den Lohn unserer Arbeit gebracht. Zwei, drei kleine Fehler werden von solchen Topteams sofort bestraft. Und leider haben wir diese Fehler auch immer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gemacht“, trauerte Cortina diesem Spiel nach.

Positiv allerdings war, dass gerade die Debütanten eine solide Leistung abrufen konnten. Mit Timo Pielmeier, Björn Krupp, Stephan Daschner, Brent Raedeke und Nico Krämmer standen allein fünf Frischlinge in der Nationalmannschaft. Oliver Mebus, der nicht spielte, nicht mit eingerechnet. Pielmeier hielt tadellos, Daschner leitete einen Treffer ein, Raedeke gewann die meisten Bullys und Krämmer erzielte einen Treffer. Für die kommenden Turniere konnten sich alle Genannten empfehlen.

Michael Wolf sah es so: „Insgesamt haben wir uns nach einem holprigen Turnierstart von Spiel zu Spiel gesteigert und alles versucht, den maximalen Erfolg herauszuholen.“ Der Kapitän ging einmal mehr als gutes Beispiel voran. „Leider hat es mit dem Viertelfinale nicht geklappt, aber angesichts der vielen Absagen sollten wir mit dem Erreichten zufrieden sein.“ Patrick Reimer blies ins gleiche Horn. „Wir sollten nicht immer alles schlechtreden, es gab auch viele positive Dinge.“

Wie zum Beispiel die mannschaftliche Geschlossenheit. Nach der 0:10-Niederlage suchte die Mannschaft keine Entschuldigung, steckte die Köpfe intern zusammen und steigerte ihre Leistung merklich. Cortina nickte: „Diese Jungs waren wirklich eine Einheit. Jeder hat für jeden gearbeitet.“ Allerdings, und das war das Manko, konnte das Niveau nicht immer gehalten werden. Wie beim 2:3 gegen Österreich. Schlusswort Wolf: „Wir währen gern mit einem Sieg aus dem Turnier gegangen, aber es läuft halt nicht immer so, wie man möchte. Dennoch war es eine WM, die man als okay bezeichnen kann. Ich sehe uns in der Weltrangliste zwischen Platz acht und elf.“