Playoffs 2018, Finale

27. April

Münchner Meister-Feier mit Weißbier und Zigarre

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Münchner Machtdemonstration zum Titel-Hattrick / Jackson: „Muss meinen Hut ziehen“ / Baxmann: „Mit etwas Abstand können wir stolz sein"

Als die Sirene im Münchner Olympia-Eissportzentrum um 21.59 Uhr ertönte, konnte endlich und ganz offiziell die große Sause steigen. Etwas, worauf sich die Profis des EHC Red Bull München spätestens nach dem 5:1 von Geburtstagskind Steven Pinizzotto nach etwas mehr als 27 Minuten - zumindest mental - vorbereiten durften.

„Viel mehr Spaß konnte das nicht machen. Es ist einfach unbeschreiblich“, analysierte Red Bull Jon Matsumoto nach einer wahren Machtdemonstration der Münchner in einem Finale, in dem die Eisbären zwar alles gaben, letztlich aber auf verlorenem Posten standen.

Daran hatte der 31 Jahre alte Angreifer maßgeblichen Anteil. Denn mit dem neuen DEL-Finalrekord von zwölf Scorer-Punkten ragte Matsumoto aus dem hochklassig besetzten Münchner Kollektiv noch um eine Kleinigkeit heraus und durfte sich anschließend völlig zurecht als MVP der 24. Finalserie feiern zu lassen.

Erfolgs-Coach Don Jackson indes wollte nach seinem achten DEL-Titel keinen seiner Profis besonders hervorheben: "Glückwunsch an alle, denn diesen Charakter, den wir bei uns in der Kabine haben, das ist unglaublich. Bei 3:1 Spielen denkt man schon, das Ding ist gegessen. Dieses Spiel sechs in Berlin, da war unsere Gefühlslage relativ weit unten. Heute haben wir uns Wechsel für Wechsel zurückgearbeitet. Ich muss meinen Hut ziehen vor den Jungs.“

Das Lob hatten sich die Red Bulls in der Tat redlich verdient. „Es ist etwas ganz Besonderes. Zwei Matchbälle vergeben, aber wir haben nicht aufgesteckt - und uns heute selber belohnt“, jubelte Patrik Hager, der bereits zum vierten Mal das schaffte, wovon Torhüter Danny aus den Birken „schon als Kind geträumt“ hat: Spiel sieben in einer Playoff-Serie zu gewinnen!

Bei all dem Feier-Trubel mit Weißbier und obligatorischer Zigarre inmitten der eigenen Fans vergaß der Meister seinen Kontrahenten nicht. „Es war sehr intensiv, Respekt an Berlin. Ich glaube, es war mit die härteste Serie, die wir gespielt haben“, zog Michael Wolf den Hut vor der Leistung der Berliner, die nach dem 1:3-Serienrückstand eigentlich schon früh wie der klare Verlierer ausgesehen hatten - und wieder zurückkamen!

Entsprechend gespalten waren die Reaktionen der Hauptstädter. „Wir haben heute nicht unser Spiel gespielt, gerade im ersten Drittel - das hat München eiskalt ausgenutzt. Die Enttäuschung ist riesengroß“, sagte Berlins Kapitän André Rankel und fand Unterstützung bei seinem Teamkollegen Jens Baxmann: „Es ist sehr schade. Wir hatten einen Riss im Spiel, haben drei schnelle Tore bekommen. Man ist enttäuscht. Mit Abstand können wir aber stolz sein."