Finale 2019

28. April 2019

Mannheim feiert den Jubiläums-Meister

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Adler lösen München als DEL-Champion ab / Eishockey-Stadt Mannheim tobt

73:27 Spielminuten waren in Spiel 5 der Finalserie 2019 gespielt als die SAP Arena explodierte: Thomas Larkin traf zum 5:4 und sicherte Mannheim im 25. Jahr den siebten DEL-Titel. Damit zogen die Kurpfälzer nach Titeln mit Rekordmeister Eisbären Berlin gleich. Was folgte, war eine Partie in Weiß, Blau und Rot.

Die Adler begannen das Spiel gegen München souverän und führte bis kurz vor der die zweite Pause mit 4:1, doch der dreimalige Meister aus München kämpfte sich zurück, egalisierte und hatte auch in der Verlängerung gute Gelegenheiten, um den Sieg zu holen und die Serie noch einmal nach Bayern zu holen. Doch dann kam eben Thomas Larkin.

Während Pavel Gross noch etwas ungläubig an der Bande stand, hob der Jubel der Fans das Arenadach an und die Adler das Eis, um den DEL-Titel 2019 zu feiern. Ein Titel, der mit Blick auf den Saisonverlauf mehr als verdient war. Nach 52 Spieltagen holten sich die Kurpfälzer mit 116 Punkten den Hauptrundensieg und stellten damit einen neuen Rekord in der DEL auf. Es folgte ein Sturm durch die Playoffs. Zunächst wurden die THOMAS SABO Ice Tigers mit einem 4:1 ausgeschaltet und in Halbfinale waren die Kölner Haie beim 4:0 chancenlos.

Die Finalpaarungen war dann fast die logische Konsequenz der Hauptrunde. Denn auch die Red Bulls spielten eine starke Saison. Ihre 109 Punkte hätten ebenfalls für einen neuen Rekord gereicht – wäre das nicht Mannheim gewesen. In den Playoffs tat sich der dreimalige Titelträger dann schwerer als die Adler. Gegen die Eisbären Berlin setzte sich das Team von Coach Don Jackson erst in sechs Spielen durch und im Derby-Halbfinale gegen die Augsburger Panther musste Spiel 7 zur Entscheidungsfindung herhalten.

Die Endspiele zeigten dann Red Bulls, die von der Saison gezeichnet waren. Viele Stammspieler fehlten München und es fehlte die Durchschlagskraft. Vor allem im Angriff zeigte München Schwächen und so erzielten die Bayern in den ersten vier Finalspielen gerade einmal drei Tore.

Das soll die Leistung der Adler keineswegs schmälern. Mannheim spielte begeisterndes Eishockey und war immer in der Lage, noch einmal einen Gang hochzuschalten. So eben auch in der Verlängerung von Spiel 5, die Thomas Larkin nach 13:37 Spielminuten beendete.

Während die Fans die SAP Arena zum Beben brachten, sagte Adler David Wolf: „Ich habe schon einmal einen Titel mit Hannover gewonnen. Das war schon sehr, sehr schön, aber was hier abgeht, ist eine andere Nummer. München hat uns alles abverlangt, aber das macht die Meisterschaft nur noch schöner.“

Derweil erklärte Phil Hungerecker: „Das war eine harte Saison, aber auch eine sehr erfolgreiche. Ich zolle München großen Respekt für diese Serie. Dennis Endras war die ganze Serie über richtig stark und ich glaube, dass es eine gute Entscheidung war, ihn zum MVP zu wählen.“

Apropos Dennis Endras: Der Goalie der Adler brannte in den Playoffs und legte in den Finalspielen noch einmal was drauf. Die Zahlen: DEL-Rekord mit zwei Shutouts, 93,69 Prozent Fangquote, ein Gegentorschnitt von 1,27 und um das Ganze noch abzurunden gab es auch noch einen Assist für den Goalie.

Endras selbst zeigte sich im Freudentaumel bescheiden: „Ich habe immer nur von Schuss zu Schuss geschaut und das hat offensichtlich funktioniert. Aber ich muss mich auch bei meinen Vorderleuten bedanken, die mir den Rücken freigehalten haben. Und ich muss mich bei Chet Pickard bedanken. Es heißt immer, zwei Goalies müssten sich battlen, aber das war bei uns anders. Wir haben uns immer unterstützt und das war auch im Finale nicht anders.“

Und dann war da noch Trainer Pavel Gross. Drei Finalserien bestritt dieser bereits mit Wolfsburg und dreimal scheiterte er an Teams, die von Don Jackson trainiert wurden. Im vierten Anlauf gelang dann der Triumph über den „Altmeister“ und so ist Pavel Gross der erste Headcoach der DEL-Geschichte, der mit einem Club als Spieler und als Trainer Meister wurde, denn 1997, 1998 und 1999 gewann der damalige Stürmer mit Mannheim drei Titel in Folge.

Im Gespräch wollte er dann jedoch nicht über sich sprechen und erklärte stattdessen: „Wir haben sehr gute Spieler in der Mannschaft, die vor allem auch lernen und sich immer verbessern wollten. Sie haben den Titel verdient gewonnen.“. Gross weiter: „Ich habe auch großen Respekt vor Don Jackson. Er ist der beste Trainer der Liga und ist jetzt auch Trainer des Jahres geworden. Wenn man mich fragt, eigentlich acht Jahre zu spät. Wir wussten, dass wir besser sein müssen als München und das ist uns gelungen.“

Am Sonntag folgte dann die Partie mit den Fans. Tausende Unterstützer der Adler säumten die Straßen als die Mannheimer Spieler den mittlerweile leicht in Mitleidenschaft gezogenen Pokal präsentierten. Im nächsten Jahr würden die Kurpfälzer dies gerne wiederholen, doch die Kontrahenten werden sich neu aufstellen und dann sind Adler die Gejagten.