Lage der Liga

9. Oktober 2017

Kurioses Roosters-Tor und Stewarts Ansage

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Chris Brown's Knaller in Krefeld zerfetzte Netz: Lob an Schiri-Duo / Straubings Coach stolz nach Niederlage: "Unsere Saison hat heute begonnen"

Chris Brown hat in seiner Profikarriere schon einige Tore geschossen. Schöne und wichtige inklusive natürlich. Selten aber dürfte der Stürmer eines wie am Sonntag beim 5:3-Erfolg seiner Iserlohn Roosters bei den Krefeld Pinguinen erzielt haben. Und das auch nur, weil das Schiedsrichter-Duo Rainer Köttstorfer und Marc Iwert sowie Browns Teamkamerad Chad Bassen ganz besonders gut aufgepasst hatten.  

Was war passiert? Die Roosters gewannen durch eben jenen Bassen ein Bully vor dem Krefelder Kasten. Brown nahm den Rückpass direkt und feuerte einen Schlagschuss in Richtung KEV-Goalie Andrew Engelage, der Puck ging auf den ersten Blick vorbei und landete in der Rundung, so dass die Spieler auf dem Eis die Partie ganz normal fortsetzten. Lediglich Bassen hatte bemerkt, dass etwas nicht stimmte und reklamierte kurz bei den Unparteiischen.

Der Videobeweis

Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit, Tore per Videobeweis zu überprüfen. Folgende Kriterien sind für die Unparteiischen interessant:

- Der Puck hatte die Torlinie komplett überquert
- Der Puck gelangte ins Tor, bevor der Torrahmen verschoben war
- Der Puck gelangte ins Tor, bevor oder nachdem das Drittel beendet ist
- Der Puck wurde ins Tor gelenkt mit der Hand oder mit einer Kickbewegung
- Der Puck wurde von einem Spieloffiziellen ins Tor gelenkt
- Der Puck traf gegen einen Stock eines angreifenden Spielers über der Höhe der Querstange, bevor er ins Tor gelangte

Zu diesen Beweisthemen kommen dann in der DEL und DEL2 noch spezifische Situationen zum Thema „angreifender Feldspieler im Torraum“.

Die Schiedsrichter können den Videobeweis heranziehen, bis das Anspiel im folgenden Unterbruch ausgeführt wurde.

„Klugscheißerwissen“: Da mit dem Ausführen des Anspiels jede Anfechtung des Treffers hinfällig ist, ist dies auch der Grund, weshalb der Schiedsrichter und nicht der Linesman das Anspiel nach einem Tor ausführt. Der Schiedsrichter trifft mit dem Anspiel die endgültige Entscheidung, ob ein Tor Anerkennung findet oder eben nicht. Zu dieser Entscheidung ist ein Linesman nicht befugt.


Die aber hatten die Lage ebenfalls sofort erkannt und ließen die Partie bis zum nächsten Unterbruch weiterlaufen, um dann per Videobeweis alles nochmal auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Und siehe da: Die Roosters hatten in der Tat ein reguläres Tor erzielt. Die Scheibe war nach Browns Knaller durch das hintere Tornetz geschossen. Es war der wichtige Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2 zugunsten der Sauerländer.

Bill Stewart

"Wir haben nicht gewonnen, aber für uns war das heute ein Wendepunkt in der Saison."

„Kurios-Schütze“ Brown wollte seinem Tor nicht allzu viel Bedeutung zumessen und lobte stattdessen das Kollektiv. „Wir haben kämpferisch alles gegeben und alle haben einen super Job gemacht. Zudem war Mathias Lange sehr stark.“ Der dritte Auswärtssieg in Folge dürfte besonders wichtig für die Moral der Roosters gewesen sein, die ohne die verletzten Chad Costello, Sebastian Dahm, Marcel Kahle, Blaine Down und Dieter Orendorz auskommen mussten. Zu allem Überfluss verletzte sich Travis Turnbull in Krefeld am Fuß.

Iserlohn konnte den letzten Platz trotz der Niederlage nicht verlassen, da es im Vergleich mit den punktgleichen Straubing Tigers das schlechtere Torverhältnis vorweist. Der 4:5-Heimniederlage der Niederbayern gegen die ebenfalls arg dezimierten Thomas Sabo Ice Tigers konnte Straubings Coach Bill Stewart sogar etwas abgewinnen. Mehr noch, der Trainer traut seinen Jungs nun offenbar noch mehr zu. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben nicht gewonnen, aber für uns war das heute ein Wendepunkt in der Saison. Nürnbergs Saison beginnt im April, so ist das bei den großen Teams. Unsere hat heute begonnen.“