Nachbericht

14. Oktober 2016

Ingolstadt und Berlin liefern sich denkwürdiges Spiel - Haie bleiben Spitze

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
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Eisbären und Pinguine im Torrausch / Wolfsburg jetzt Zweiter / Roosters verlassen nach Sieg über München letzten Tabellenplatz / Nürnberg "zu Null" in Düsseldorf / Adler souverän

Was für ein Spieltag: Wie verrückt Eishockey sein kann, das erlebten die Fans am 9. Spieltag besonders bei der Partie zwischen dem ERC Ingolstadt und den Eisbären Berlin. Drei völlig unterschiedliche Drittel bekamen die Zuschauer beim 7:4-Erfolg des Hauptstadt-Clubs bei den Schanzern zu sehen. Zehn Tore fielen allein in Straubing, wo sich die Pinguine mit 7:3 durchsetzen konnten. Ärgster Verfolger des mit 3:2 über die Augsburger Panther siegreichen Tabellenführers KEC sind nun die Grizzlys Wolfsburg, die sich im Topspiel gegen die Schwenninger Wild Wings mit 2:1 durchsetzen konnten. Jubel auch in Iserlohn: Die Roosters konnten den EHC Red Bull München mit 2:1 niederringen. Die Thomas Sabo Ice Tigers traten nach dem 4:0-Erfolg bei der Düsseldorfer EG ohne Gegentor die Heimreise an. Den Adlern aus Mannheim reichte ein starker Mittelabschnitt, um Neuling Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:2 zu bezwingen. 

Straubing Tigers – Krefeld Pinguine 3:7 (2:1, 1:2, 0:4)

Die Straubing Tigers standen nach drei Niederlagen in Folge zuletzt am Abend gegen die Krefeld Pinguine unter Druck. Coach Larry Mitchell hatte zudem einige Verletzungssorgen, doch es sollte für die Niederbayern gleich gut laufen: Im ersten Abschnitt war Alexander Oblinger mit seinem ersten Saisontor sowie Mike Connolly erfolgreich. Krefelds Schwede Dragan Umicevic setzte einen Nachschuss zum Anschluss in die Maschen. Im zweiten Durchgang bauten die Tigers durch Jeremy Williams ihre Führung aus. Die Pinguine allerdings gaben sich nicht geschlagen: Christian Kretschmann glich die Partie per Doppelplack wieder aus. Im letzten Abschnitt drehten die Gäste dann auf: Erst Marcel Müller nach nur 19 gespielten Sekunden sowie zweimal Mike Collins machten für die Rheinländer alles klar. Mark Mancari erzielte das letzte Tor zum 3:7 aus Sicht der Straubinger.

Tore: 1:0 Alexander Oblinger (11:19), 2:0 Mike Connolly (15:04), 2:1 Dragan Umivcevic (15:37), 3:1 Jeremy Williams (25:36), 3:2 Christian Kretschmann (30:18), 3:3 Christian Kretschmann (32:53), 3:4 Marcel Müller (40:19), 3:5 Mike Collins (41:55), 3:6 Mike Collins (45:35), 3:7 Marc Mancari (58:06)

ERC Ingolstadt – Eisbären Berlin 4:7 (0:4, 3:1, 1:2)

Ein für beide Seiten denkbares Spiel entwickelte sich in Ingolstadt: Das erstes Drittel ging klar an Berlin. Nick Petersen, Darin Olver, Frank Hördler und Andrè Rankel schossen eine 4:0-Führung für die Gäste aus der Hauptstadt heraus. Bei den Panthern lief in einer schnellen Partie im ersten Abschnitt fast gar nichts zusammen. „Wir haben wenig zugelassen und beim Gegner viel Druck entwickelt. Das war schon ein sehr guter Start“, sagte Torschütze Hördler. Das allerdings sollte es noch lange nicht gewesen sein für die Gäste. Im Gegenteil: Aber dem zweiten Abschnitt waren es die Hausherren, die fulminant aufspielten. „JF“ Jacques, Petr Taticek und Benedikt Kohl brachten die Schanzer unter tosendem Jubel der Fans wieder heran. „Eishockey ist ein verrücktes Spiel, wir kämpfen immer weiter. Leider haben wir am Ende ein Unterzahltor bekommen“, sagte Petr Taticek nach 40 Minuten. Damit meinte der das fünfte Tor der Berliner durch Nick Petersen. Der andere Petr, nämlich Pohl, sorgte im letzten Durchgang für den vierten Panther-Treffer. Und wieder ging das Spiel mehr oder minder von vorne los. Der junge Kai Wissmann markierte das zehnte Tor und stellte auf 6:4 für die Gäste. Daniel Fischbuch machte am Ende alles für die Gäste klar.

Tore: 0:1 Nick Peterson (1:48), 0:2 Darin Olver (4:11), 0:3 Frank Hördler, 0:4 Andre Rankel (16:29), 1:4 JF Jacques (25:01), 2:4 Petr Taticek (25:42), 3:4 Benedikt Kohl (28:34), 3:5 Nick Petersen (39:15), 4:5 Petr Pohl (43:28), 4:6 Kai Wissmann (47:36), 4:7 Daniel Fischbuch (58:00)

Grizzlys Wolfsburg – Schwenninger Wild Wings 2:1 (1:0, 1:1, 0:0)

Topspiel in Wolfsburg: Der Tabellendritte empfing am Abend den Fünften aus Schwenningen. Vor der Saison hätten wohl die wenigsten Experten diese Konstellation als Topspiel erwartet. Alexander Weiß, der in der Vorwoche seinen ersten Saisontreffer feiern durfte, war auch diesmal wieder erfolgreich und brachte die Grizzlys in den ersten 20 Minuten in Front. Nach dem Wechsel traf dann auch Schwenningen. Will Acton war bereits nach 40 Sekunden zur Stelle. Zugang Keith Foucault allerdings fand die Antwort der Wild Wings nicht so lustig und brachte die Niedersachsen wieder in Front. Im letzten Abschnitt ging die Partie hin und her, aber ein weiteres Tor fiel nicht mehr.

Tore: 1:0 Alexander Weiß (14:14), 1:1 Will Acton (20:40), 2:1 Keith Foucault (27:45)

Adler Mannheim – Fischtown Pinguins Bremerhaven 4:2 (1:1, 3:1, 0:0)

Die Adler Mannheim waren gewarnt. „Die Pinguins haben am vergangenen Wochenende sechs Punkte geholt, das sagt alles“, hatte Mannheims Coach Sean Simpson gesagt. Zwar brachte Mathieu Carle die Hausherren gegen den Neuling in Führung, doch Jason Bast sollte für die Küstenstädter noch im ersten Abschnitt ausgleichen. Dann aber kamen die Adler so richtig ins Rollen. Im zweiten Durchgang gelang dem Favoriten fast alles. Christoph Ullmann, Chad Kolarik und Jamie Tardif schossen eine 4:1-Führung für die Hausherren heraus, so dass Bremerhaven gefährlich wackelte. Cody Lampl gelang im Powerplay Ergebniskosmetik. Die Mannheimer hatten ihr Pulver danach verschossen und auch die Fischtown Pinguins bekamen kein Tor mehr hin, so dass es beim 4:2 bleiben sollte.

Tore: 1:0 Mathieu Carle (7:03), 1:1 Jason Bast (12:46), 2:1 Christoph Ullmann (22:43), 3:1 Chad Kolarik (24:23), 4:1 Jamie Tardif (25:02), 4:2 Cody Lampl (35:07)

Iserlohn Roosters – EHC Red Bull München 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

Unter der Woche hatte es bei den Iserlohn Roosters das eine oder andere Einzelgespräch zur aktuellen Situation gegeben. Gegner München, als Tabellenzweiter angereist, war das ziemlich egal. Mit Brooks Macek und Ex-Publikumsliebling Michael Wolf standen zwei ehemalige Iserlohner beim EHC Red Bull im Kader. Und die wollten beim Ex-Arbeitgeber unbedingt gewinnen. Doch der Tabellenletzte machte den Bayern das Leben schwer. Im zweiten Drittel fielen die ersten Treffer.  Erst war es Jason Jaspers, der den IEC in Führung brachte, nur 45 Sekunden später erhöhte Blair Jones sogar auf 2:0 für die Roosters. Der Seilersee stand Kopf. Konrad Abeltshauser störte die Feierlichkeiten mit dem Anschluss für die Münchener. Im letzten Abschnitt sollte nichts mehr passieren, so dass die Iserlohner noch lange nach Spielende von ihren Fans gefeiert wurden.

Tore: 1:0 Jason Jaspers (23:27), 2:0 Blair Jones (24:02), 2:1 Konrad Abeltshauser (34:11)

Kölner Haie – Augsburger Panther 3:2 (1:0, 0:0, 2:2)

Die Kölner Haie waren der klare Favorit gegen die Augsburger Panther und nahmen gleich von Beginn an auch das Heft in die Hand. Doch die Fuggerstädter wehrten sich erfolgreich und hatten durchaus gute Möglichkeiten. Es dauert bis drei Sekunden vor der ersten Sirene, bis der erste Treffer fallen sollte: Nach Vorlage von Patrick Hager war Ryan Jones für den Tabellenführer zur Stelle. Im zweiten Abschnitt standen beide Torhüter im Fokus, die ihre Vorderleute mit einigen guten Szenen im Spiel hielten. Demnach fiel kein Treffer. Im Schlussdurchgang erhöhte erst TJ Mulock für seine Farben auf 2:0, doch nur 45 Sekunden später durften auch die Fuggerstädter erstmals jubeln, da TJ Trevelyan für den AEV zugeschlagen hatte. Am Ende wurde es hektisch. Erst markierte Johannes Salmonsson das vorentscheidende 3:1 zugunsten der Haie, dann war wenig später Evan Trupp für den AEV zur Stelle. Doch die heiße Schlussphase überstand der KEC.

Tore: 1:0 Ryan Jones (19:57), 2:0 TJ Mulock (43:35), 2:1 TJ Trevelyan (44:20), 3:1 Johannes Salmonsson (58:06), 3:2 Evan Trupp (58:32)

Düsseldorfer EG – Thomas Sabo Ice Tigers 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)

Die ersatzgeschwächte Düsseldorfer EG bekam es am Abend mit den Thomas Sabo Ice Tigers zu tun. Sowohl Jochen und Patrick Reimer bei den Gästen als auch die Düsseldorfer Tim Schüler oder Marco Nowak bekamen es demnach mit ihren Ex-Teams zu tun. Leo Pföderl hatte da wenig Emotionen: Der Stürmer brachte seine Ice Tigers im ersten Drittel in Front. Nach dem ersten Wechsel wurde die Partie munterer. Steven Reinprecht nutzte eine Lücke in der DEG-Abwehr zum 2:0 zugunsten der Gäste. „Düsseldorf hatte ein paar gute Chancen, wir müssen sie im letzten Drittel vor unserem eigenen Tor weghalten und die Räume eng machen“, sagte Ice Tigers-Verteidiger Milan Jurcina. Das sollte auch klappen und in der Offensive machte später Phil Dupuis alles klar für die Franken. Leo Pföderl machte mit seinem zweiten Tor des Abends den Deckel drauf. Jochen Reimer gelang somit an alter Wirkungsstätte ein Shootout.

Tore: 0:1 Leo Pföderl (3:04), 0:2 Steven Reinprecht (29:15), 0:3 Phil Dupuis (53:52), 0:4 Leo Pföderl (57:49)