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10. Oktober 2016

Haie eine Klasse für sich - Schwenningen pirscht sich ran

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
@DELoffice

Oppenheimer siegt und trifft beim Jubiläum / Furchner Top-Torjäger, aber Grizzlys-Coach Pavel Gross vermisst Konkurrenzsituation / Volle Ausbeute für Bremerhaven / Christensen mit Hattrick

Stehende Ovationen in Köln und Schwenningen, Erwachen in Krefeld und ein frecher Aufsteiger – der Sonntag hatte so einige Schlagzeilen parat. Wieder gab es darüber hinaus einen Hattrick, Doppelpacks sowie einige Tor-Premieren. 49 Treffer fielen insgesamt: Saisonrekord. Allein 23 davon in  den drei  Abendspielen.

Sicher ist eines: Gegen die Kölner Haie zu spielen, ist derzeit kein Spaß. Der Tabellenführer demonstrierte beim 7:2 über Iserlohn eindrucksvoll seine Ambitionen. „Es war eine Wahnsinns-Teamleistung", freute sich Doppeltorschütze Nico Krämmer nach der Partie. „Wir können 60 Minuten Vollgas geben und den Gegner mit allen vier Reihen unter Druck setzen. Dazu haben wir einen Super-Torwart und stehen hinten sicher. Bei uns zählt nur der Teamerfolg, niemand schaut auf seine persönliche Statistik", gab Krämmer Beispiele für den aktuellen Lauf des KEC.

So sah es auch sein Coach. „Alle Reihen haben heute gut funktioniert. Das Wochenende hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Doch wir werden uns nicht darauf ausruhen und weiter hart arbeiten", erklärte Haie-Cheftrainer Cory Clouston nach dem Spiel. Klingt fast wie eine Drohung an die Konkurrenz. Die Fans quittierten die Leistung de Haie mit stehenden Ovationen.

Gleiches Bild in Schwenningen nach dem 4:2 über die Straubing Tigers. „Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gewonnen", sagte ein erfreuter  Pat Cortina, dessen Team sich in der Tabelle nach oben pirschte. Vier Spiele in Folge haben die Wild Wings immer etwas mitnehmen können. So mancher Experte reibt sich die Augen. Mit 13 Punkten rangieren die Schwarzwälder auf Platz fünf. „Die Wild Wings haben die Geschenke ausgenutzt“, war Tigers-Coach Larry Mitchell angefressen und meinte damit die große Strafe gegen seinen Spieler Mike Cornell, der sich zu einem unnötigen Foul hinreißen ließ. Zwei Powerplay-Tore der Hausherren waren die Folge.

Für die größte Überraschung sorgten die Fischtown Pinguins Bremerhaven, deren Bayern-Wochenende von Erfolg gekrönt war. Sechs Punkte aus den beiden Partien in Ingolstadt und Nürnberg sind die Maximalausbeute. „Wir hatten am Wochenende mit Ingolstadt und Nürnberg zwei schwere Auswärtsspiele. Wir wollten den Druck der Ice Tigers fernhalten, das ist uns über weite Strecken gut gelungen. Es war klar, dass Nürnberg immer wieder gefährlich vors Tor kommen würde. Wenn wir hier gewinnen wollen, brauchen wir eine Top-Torhüterleistung, und die haben wir heute bekommen“, freute sich Coach Thomas Popiesch.

In der Tat war es erneute Gerald Kuhn, der seine Vorderleute wie schon zwei Tage zuvor bei den Panthern im Siel hielt. „Bremerhaven hat uns immer wieder frustriert, wir hatten aber trotzdem 60 Schussversuche und hätten unsere Chancen besser nutzen müssen, vor allem im ersten Drittel. Da hätten wir ein paar Tore machen müssen“, monierte Ice Tigers-Coach Rob Wilson.

DEG-Trainer Christof Kreutzer zum Tor-Debüt seines Youngsters Leon Niederberger

"Ich habe ihm vorher gesagt, wenn er nicht weiß, wohin mit dem Puck, soll er ihn einfach ins Tor schießen."

Freude auch bei der Düsseldorfer EG: Das 4:3 nach Verlängerung in Wolfsburg war der zweite Sieg am Wochenende. Ausgerechnet der Ex-Wolfsburger Norm Milley traf zur Entscheidung. Schön: Youngster Leon Niederberger, der eigentlich bei Kooperationspartner Moskitos Essen spielen sollte, schoss sein erstes DEL-Tor. „Ich habe ihm vorher gesagt, wenn er nicht weiß, wohin mit dem Puck, soll er ihn einfach ins Tor schießen“, scherzte Trainer Christof Kreutzer. Auch Alex Barta feierte seine Tor-Premiere für die DEG.

Und da war da noch Sebastian Furchner, der wieder einmal einer der besten Wolfsburger war und einen Doppelpack schnürte. Bereits sein zweiter der Saison. Der Stürmer kommt auf neun DEL-Treffer und ist damit bester Schütze der Liga. Trainer Pavel Gross nahm genau diesen Punkt zum Anlass, deutliche Worte an den Rest des Kaders zu richten. „Es sind oft dieselben Akteure, die Leistung zeigen. Bei Düsseldorf haben zwei junge Spieler getroffen, unsere jungen Spieler und auch viele andere habe ich heute und auch zuletzt nicht gesehen.“ Einmal in Rage, machte Gross seinem Unmut Luft: „Einige laufen hier nur mit und sind da, wenn es gut läuft. Wir benötigen mehr Konkurrenzsituation im Kader.“ Immerhin: Wolfsburg ist Dritter.

Endlich aufgewacht scheinen dagegen die Krefeld Pinguine, die aus den beiden Spielen gegen Wolfsburg und Berlin vier Punkte mitnehmen konnten. Besonders der 3:1-Erfolg an der Spree am Sonntag kam doch etwas überraschen. Niklas Treutle zeigte in seinem ersten Match für den KEV eine starke Leistung.  Erst am Donnerstag war der Keeper verpflichtet worden. „Ich erhoffe mir, dass sich Patrick Galbraith und Niklas Treutle gegenseitig pushen werden“, sagte Trainer Franz Fritzmeier, dessen Team den letzten Platz wieder an Iserlohn abgegeben hat.

Kein Wochenende ohne Hattrick: Diesmal war es der Münchener Mads Christensen, der beim Spitzenspiel seines EHC Red Bull einen Dreierpack schnürte und damit maßgeblichen Anteil am 6:3-Sieg in der SAP Arena hatte. „Wir haben Freitag gegen Nürnberg nicht gut gespielt, das wollten wir heute unbedingt besser machen. Heute haben wir unseren Gameplan bis zum Ende durchgezogen, das hat gut funktioniert“, freute sich der Däne. München schob sich auf den zweiten Platz vor.

Es war sein 500. DEL-Spiel und es sollte endlich klappen. Ausgerechnet Jubilar Thomas Oppenheimer schoss sein erstes DEL-Tor für den ERC Ingolstadt beim 5:4-Erfolg in Augsburg. Die Fans bekamen ein munteres Spielchen und neun Tore zu sehen. „Im zweiten Drittel war Augsburg besser“, sagte ERC-Coach Tommy Samuelsson. „Das muss man anerkennen. Aber wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen. Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft, die nach zwei Niederlagen zuletzt die richtige Antwort gegeben hat. Die Teamleistung hat mir sehr gefallen.“

Für Berlin, München und Wolfsburg bleibt indes nicht viel Zeit, über die vergangenen Partien nachzudenken. Das Trio tritt am Dienstag in der Champions Hockey League an. In der DEL geht es am kommenden Freitag weiter.