Teamcheck

06. September 2018

Grizzlys Wolfsburg: Spannende, neue Ära

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Jahr eins nach Pavel Gross für die Grizzlys / Zwölf neue Spieler im Kader

Sieht komisch aus, ist aber so. Wer bereits in den Vorbereitungsspielen an die Bande der Grizzlys Wolfsburg schaute, dem kam ein ungewohntes Bild entgegen. Plötzlich steht da kein Pavel Gross mehr. Das war zehn Jahre lang anders. Und auf dem Eis fehlt mit Tyler Haskins der Kapitän. Das war acht Jahre lang auch anders. Nun, die Fans der Wolfsburger müssen sich umgewöhnen, so viel war vorne herein klar. Denn jetzt sind alle Uhren auf null gestellt.
Das Kapitel und die Ära Gross ist geschlossen, man trennte sich im Guten. Zeit also für Neues in Niedersachsen. Der neue Chef an der Bande, Pekka Tirkkonen, tritt dennoch ein schweres Erbe an. Das weiß er, das wissen die Verantwortlichen und die Fans. Dennoch hört man über den neuen Coach nur Positives. „Hier herrscht eine große Identität mit dem Club – sowohl bei Spielern als auch Angestellten“, stellte Tirkkonen gleich bei seinem Amtsantritt fest.

Ohnehin geht es nicht nur um den Coach. Klar, auf seine Arbeit wird besonders geachtet, aber letztlich ist es die Mannschaft, die für die Erfolge auf dem Eis verantwortlich ist. Größtenteils jedenfalls. Der Kader wurde auf einigen Positionen neu bestückt. Manager Charly Fliegauf hatte schon vor geraumer Zeit angekündigt, dass in der Autostadt ein Umbruch vollzogen werde. Mit helfen sollte Felix Brückmann, doch den Goalie ereilte aufgrund zwei anstehender Hüftoperationen und einer Saison Pause eine Hiobsbotschaft.

Das heißt auch, dass die Erfolge der Vorjahre schwer zu wiederholen sind. Die Anhängerschaft muss damit rechnen, dass in einer neuen Ära auch Rückschläge zu verkraften sind. Dennoch hat Fliegauf bisher viel Positives erfahren. „Die Vorfreude ist spürbar - sowohl innerhalb der Mannschaft als auch bei unseren Fans", betont der Sportdirektor unlängst.

Ein Publikumsliebling vermisst man dabei in Wolfsburg. Tyler Haskins hätte gerne weitergemacht, kann aber aufgrund seiner fünf Gehirnerschütterung nicht mehr. Dafür wurde Sebastian Furchner zum Kapitän bestimmt. Eine durchaus logische Konsequenz, denn „Furchi“ erfeut sich ebenfalls allergrößter Beliebtheit bei den Anhängern. „Es freut mich sehr, dass mir unser Team dieses große Vertrauen ausspricht. Gemeinsam mit dem Mannschaftsrat werden wir versuchen, diese Aufgabe anzugehen und zu meistern", sagte der Grizzlys-Stürmer.

Und Tirkkonen? Der erklärt, auf welche Art von Eishockey sich die Fans in Zukunft einstellen können. „Wir wollen ein hart arbeitendes Team sein und aktives, aber simples Eishockey spielen. Wir wollen viel Puckbesitz haben und etwas kreieren. Unser System basiert auf einer guten Defensivarbeit. Eine gute Defensive bedingt eine gute Offensive“, sagte der neue Trainer deutlich. Und schob gleich nach: „Wir wollen die Identität, die der Club aufgebaut hat, fortsetzen.“

Es sieht also doch nicht so komisch aus. Klingt eher nach einer spannenden, neuen Ära in Wolfsburg.

Der Kader der Grizzlys Wolfsburg in der Saison 2018/2019 (Stand: 6.9.2019):

Tor: Mirko Davi, Tanner Jaillet, Jerry Kuhn
Verteidigung: Torsten Ankert, Wade Bergman, Jeremy Dehner, Björn Krupp, Jeffrey Likens, William Wrenn, Armin Wurm
Sturm: John Albert, Brent Aubin, Valentin Busch, Cole Cassels, Corey Elkins, Gerrit Fauser, Kristopher Foucault, Sebastian Furchner, Christoph Höhenleitner, Alexander Karachun, Nickolas Latta, Spencer Machacek, Marius Möchel, Marcel Ohmann, Eric Valentin, Alexander Weiß.
Trainer: Niklas Gällstedt, Pekka Tirkkonen