Let's Fetz!

3. März 2017

Ex-Champs vs Underdogs!

Christoph Fetzer

Von Christoph Fetzer
@fetzi6

Für zwei Mannschaften ist die #geilstezeit an diesem Wochenende schon wieder vorbei. Drin in den Playoffs, raus aus den Playoffs – so ist das eben, wenn man es nicht unter die Top6 geschafft hat. In den beiden Duellen Ex-Champ gegen Underdog stehen der ERC Ingolstadt und die Eisbären Berlin mehr unter Druck als die Straubing Tigers und die Fischtown Pinguins. Ingolstadt und Berlin gehören vom Selbstverständnis her eher unter die Top6, für die anderen beiden ist das Wort Playoffs eine Sensation.

ERC Ingolstadt vs Fischtown Pinguins

Seestadt-Hockey Die Offensive des ERC Ingolstadt ist hochkarätig besetzt. Brandon Buck, John Laliberte, Thomas Greilinger, Thomas Oppenheimer – klingende Namen. Doch in Spiel 1 hatten die Burschen Ladehemmung. Die einzige Bude machte David Elsner. Die Fischtown Pinguins verteidigten gut. Sie spielten wie schon die ganze Saison ihr Hockey. Laufen, laufen, laufen. Und vorne: Schießen, einfach schießen. Schaut euch die Pinguins-Tore an. Hey, schnörkelloser geht’s nicht mehr. Effektiver aber auch nicht.

5659 ERC Ingolstadt - Pinguins Bremerhaven

Die Stars liefern Eines ist klar: Wenn bei den Fischtown Pinguins der erste Sturm nicht funktioniert, wird es in den Playoffs nicht viel zu holen geben. In Spiel 1 lieferten die Stars. Drei der vier Tore gingen auf das Konto der Reihe Rob Bordson/Jeremy Welsh/Jack Combs. Noch so ein Auftritt und das Bremerhavener Eishockey-Märchen geht weiter.​​​​​​​

King Kuhn Großen Anteil an diesem Märchen hat weiter Pinguins-Goalie Jerry Kuhn. Er hielt gegen Danny Irmen, hielt gegen Thomas Oppenheimer, hielt fast alles. Es war wie über die komplette Hauptrunde. Kuhn gibt seiner Mannschaft eine Chance, zu gewinnen. Und die gegnerischen Stürmer verzweifeln.​​​​​​​

When the going gets tough Größer, schwerer und böser wollte der ERC Ingolstadt nach dem 0:2 gegen die Straubing Tigers in der 1. Playoff-Runde der Vorsaison werden. Sich nicht mehr so rumschubsen lassen. J.F. Jacques, Darryl Boyce und Brett Bulmer bildeten gegen Bremerhaven die Grinder-Reihe. Bulmer raufte mit Wade Bergman. Alles schön und gut. Aber die Serie wird eben nicht (nur) mit den Fäusten entschieden. Jetzt haben die Pinguins sogar Heimvorteil. Und die Ingolstädter beim Flug in den Norden viel Zeit, nachzudenken.​​​​​​​


Eisbären Berlin vs Straubing Tigers

#GodSaveMacQueen Der Torschützenkönig der DEL2 ist pünktlich zu den Playoffs auch eine Liga weiter oben in Form. Nach 49 Toren in der Vorsaison haben sie sich in Berlin vielleicht etwas mehr von MacQueen erwartet als seine zehn Hauptrunden-Treffer. Egal. MacQueen ist in den hinteren Reihen eher für die Defensivarbeit zuständig. Wenn er weiter so trifft wie in ​​​​​​​Spiel 1: umso besser. Die Tormelodie „Berliiin – Halleluja – Berliiin“ liefert da quasi eine Steilvorlage. ​​​​​​​

Die Rückkehr der Eisbären-Identität Die Saison der Eisbären war nicht gut. Schwache Special Teams, keine Konstanz. Eine Niederlagen-Serie von sieben Spielen in der zweiten Saisonhälfte. Lange fehlten mit Frank Hördler, Jonas Müller und Marcel Noebels drei deutsche Spieler, die für die Identität der Eisbären stehen – Hördler als siebenmaliger Meister für die Vergangenheit. Müller (21) und Noebels (24) für die Zukunft. Auf die Gegenwart haben alle drei Einfluss. Wenn es in den Playoffs ins Viertelfinale und dann vielleicht sogar noch weiter gehen soll, müssen aber auch Spieler wie Darin Olver oder Nick Petersen wieder liefern.​​​​​​​

5663 Eisbären Berlin - Straubing Tigers

Power am Pulverturm Allet jut bei den Eisbären? Nicht so schnell. Schreibt mir die Straubing Tigers noch nicht ab. Die Stimmung am Pulverturm ist – vor allem in den Playoffs – hitzig. Die Fans peitschen ihre Mannschaft bedingungslos nach vorne. Und Larry Mitchell hat oft genug bewiesen, dass er seine Truppe optimal auf jeden Gegner einstellen kann. Wie die Fischtown Pinguins haben die Straubing Tigers weiter die Chance, als Underdog dem Ex-Champ ein Bein zu stellen.​​​​​​​