Interview

27. Februar 2018

„Es war eine geile Zeit“

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Christian Ehrhoff nach dem sensationellen Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang im Interview

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft lieferte bei den Olympischen Spielen 2018 einen sensationellen Auftritt ab. Nach Siegen gegen hochgehandelte Schweizer, den Weltmeister aus Schweden, und dem Olympiasieger von 2014 aus Kanada wurde das Team von Bundestrainer Marco Sturm erst im Final-Krimi von Russland mit einem 3:4 nach Verlängerung gestoppt. Wir haben uns mit Christian Ehrhoff, der bei der Abschlussfeier der Spiele Fahnenträger des Deutschen Olympia-Teams war, unterhalten.

Christian, deine Eindrücke vom Finaltag?

Ich bin überwältigt. Das war ein Tag, den ich nie vergessen werde. Oder besser gesagt: Das waren fast drei Wochen, die ich ewig in Erinnerung behalten werde. Das Finale zu spielen und dann noch Fahnenträger zu sein, ist bei mir immer noch nicht ganz angekommen. Es war eine geile Zeit.

Ihr habt Geschichte geschrieben!

Ja, auch das ist zwar schon ein wenig angekommen. Aber wir hatten bisher keine ruhige Minute. Das kommt alles erst, wenn ich zu Hause bin. Im Sommer haben wir ja dann genug Zeit, diese vielen, tollen Eindrücke zu verarbeiten. Wir sind jetzt gerade erst in Frankfurt angekommen. Auch der Empfang hat mich völlig umgehauen. Ein totaler Wahnsinn.

In Deutschland herrscht die totale Euphorie.

Ja, das haben wir mitbekommen, aber natürlich nicht in dem Maße wie ihr. Wir wussten das zwar, haben aber, auch aufgrund des Zeitunterschieds, nicht immer alles mitbekommen. Ich werde mir das heute Abend in aller Ruhe erzählen lassen. Es ist toll, dass das deutsche Eishockey wieder in aller Munde ist. Hoffentlich bleibt das so.

Gerrit Fauser hat nach dem Kanada-Spiel gesagt, dass sich das Leben von allen verändern wird. Kann man das so stehen lassen?

Ja, unbedingt. Allein, weil man immer drauf angesprochen wird. Wir merken es ja jetzt schon. Das Team wurde von allen Medien in Sendungen eingeladen, die Interviewanfragen sind fast gar nicht mehr zu stemmen. Aber wir beschweren uns nicht. Wir genießen es.

Was bleibt?

Viel. Die Menschen werden noch in 50 Jahren davon sprechen. Das ist eigentlich das größte Geschenk. Wir haben durch den Erfolg auch die Jugend und den Nachwuchs begeistert. Der DEB hat mit „Wir sind Eishockey“ und dem „Powerplay 2026“ schon einen super Plan erarbeitet. Den haben wir jetzt noch mehr angestoßen. Je mehr Kinder kommen, desto besser für den Sport. Das sollten wir nutzen.