Teamcheck

30. August 2018

Eisbären Berlin: Mit Mut ein neues Kapitel beginnen

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Nach dem verlorenen Finale 2018 soll jetzt der Titel her / Junge Wilde nach Karrieende von Goalie Petri Vehanen zwischen den Pfosten

„Großen Respekt an Berlin!“ Wer meint, diese Worte kämen aus dem Lager der Eisbären, der irrt. Sie stammen aus dem Munde des Gegners, genauer gesagt von Michael Wolf, dem Kapitän des EHC Red Bull München. Dass Wolf diese Formulierung direkt nach dem gewonnen Meisterschaftsfinale im April 2018 wählte, hat durchaus Gründe – schließlich erwiesen sich die Berliner in einer langen Serie als mindestens ebenbürtig. Kleinigkeiten verhinderten den großen Wurf, den achten DEL-Titel.

Aber genau diese starke Vorsaison soll neue Kräfte freisetzen. Der Hauptstadt-Club hat nach eher mauen Zeiten wieder Lunte gerochen. Die treuen Fans der Berliner überschütteten ihr Team mit Lob und die Euphorie rund um die Mercedes-Benz-Arena ist wieder neu entfacht. Zumal die Vorbereitung bisher hervorragend verlief. Fünf Mal traten die Eisbären an, fünf Mal gingen sie als Sieger vom Eis.

Aber nicht nur das freute das Umfeld sowie Uwe Krupps Nachfolger Clement Jodoin. Besonders die Tatsache, dass seine Jungs bisher insgesamt nur sechs Gegentreffer zuließen, zeugt von einer bereits jetzt schon stark funktionierenden Defensive, in der sich vor allen Dingen das jüngste DEL-Torhütergespann Maximilian Franzreb (22) und Marvin Cüpper (24) Bestnoten verdiente. Mutig auch, dass die Eisbären nach der Ära Petri Vehanen, der seine Karriere nach der abgelaufenen Saison beendete, auf zwei junge Keeper setzen.

Den Vertrauensvorschuss des Berliner Trainerteams haben sich die Torhüter jedoch auch erarbeitet. Cüpper konnte bei seinen Einsätzen in der Vorsaison immer wieder überzeugen, wenn er statt Vehanen zwischen den Pfosten stand. Franzreb glänzte zuletzt in der Vorbereitung, insbesondere gegen die Mannschaften aus der KHL. Bedeutet, der Weg mit jungen Schlussleuten in die anstehende Spielzeit zu starten, könnte durchaus gelingen – und ganz „nebenbei“ den Generationswechsel zu vollziehen.

Das gilt auch für die Spieler davor. Jodoin scheute sich nicht, während der Testphase seine Nachwuchskräfte mehrfach einzusetzen und ihnen die nötige Eiszeit zu verschaffen. Schließlich weiß der Franko-Kanadier ganz genau, dass es im Laufe der Saison zu einigen Ausfällen kommen dürfte und er (nicht nur) dann auf seine Talente setzen muss. Jodoin und seine Assistenten haben das große Ganze im Blick – und das ist gut so.

Bleibt die Frage nach dem Saisonziel. Eine Frage, um die sich Verantwortliche und Spieler vor einer neu beginnenden Spielzeit gerne herumwinden und es eher allgemein halten. Bei den Eisbären geht man da offenbar andere Wege. Kapitän André Rankel bezog diesbezüglich aber deutlich Stellung: „Wir sind gut vorbereitet, haben uns gut verstärkt und wollen nach der Finalteilnahme in der letzten Saison jetzt den nächsten Schritt machen. Unser Ziel ist die Meisterschaft." Eine mutige und ehrliche Aussage. Mit Berlin dürfte wieder zu rechnen sein.

Der Kader der Eisbären Berlin in der Saison 2018/2019 (Stand: 30.8.2018)

Tor: Marvin Cüpper, Maximilian Franzreb
Verteidigung: Maximilian Adam, Jens Baxmann, Mark Cundari, Michael DuPont, Frank Hördler, Florian Kettemer, Jonas Müller, Daniel Richmond, Kai Wissmann
Sturm: Louis-Marc Aubry, Sean Backman, Martin Buchwieser, Florian Busch, Daniel Fischbuch, Vincent Hessler, Charlie Jahnke, Jamie MacQueen, Marcel Noebels, Mark Olver, Thomas Oppenheimer, Brendan Ranford, Andre Rankel, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, James Sheppard, Colin Smith, Jake Ustorf
Trainer: Clement Jodoin