Vorbericht

16. Oktober 2016

Drei Derbys am Sonntag, Grizzlys auf Haijagd

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
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Straßenbahn-Derby in Krefeld / Zwei bayerische Duelle / Wolfsburg reist zum Primus nach Köln / Roosters wollen Aufwärtstrend im Schwarzwald fortsetzen / Der DEL-Neuling erwartet den DEL-Rekordmeister / Verfolgerduell in Nürnberg

Der Neuling gegen den Routinier: Zum Auftakt des 10. Spieltags empfängt Bremerhaven um 14:30 Uhr den DEL-Rekordmeister aus Berlin an der Küste. Gleichzeitig wollen die Iserlohn Roosters ihren Aufwärtstrend in Schwenningen fortsetzen, ehe um 16:30 Uhr das rheinische Derby zwischen den Krefeld Pinguinen und der Düsseldorfer EG steigt. Tabellenführer Köln bekommt es unterdessen Verfolger Wolfsburg zu tun, während Mannheim im Verfolgerduell zu den Ice Tigers nach Nürnberg reist. Um 19:00 Uhr wird es dann bayerisch. Augsburg bittet Straubing zum Tanz und Meister München trifft auf den Champion von 2014 aus Ingolstadt. Telekom Eishockey überträgt alle Partien live. SPORT1 überträgt das Straßenbahn-Derby aus Krefeld.



Nach drei Auswärtspartien in Folge darf Bremerhaven wieder vor heimischer Kulisse ran. Dabei gestaltete sich der Ausflug durch die Republik erfolgreich für den DEL-Neuling. In Nürnberg und Ingolstadt fuhren die Pinguins jeweils die volle Ernte ein. Aus Mannheim konnten die Norddeutschen am Freitag nichts mitnehmen, lieferten aber dennoch eine starke Partie ab. Ohne den kollektiven Aussetzer der Seestädter mit drei Gegentoren binnen 139 Sekunden wäre auch bei den Adlern ein Sieg drin gewesen. So aber stand ein 2:4. Berlin hat derweil wieder zu seiner Form gefunden. Am letzten Wochenende schossen die Hauptstädter noch zwei Fahrkarten, doch am Dienstag gewannen die Eisbären im schweizerischen Zug und erreichten das CHL-Achtelfinale. Drei Tage später feierte der siebenmalige DEL-Champion ein 7:4 in Ingolstadt.


Iserlohn kommt langsam aber sicher in der Saison 2016/17 an. Nachdem die Sauerländer einen Katastrophenstart hinlegten und die ersten fünf Partien verloren, gewann das Team von Coach Jari Pasanen drei der folgenden vier Partien. Am Freitag setzten die Roosters mit einem 2:1-Erfolg gegen München ein Ausrufezeichen und sammelten kräftig Selbstvertrauen. Mit jetzt zehn Punkten auf dem Konto wurde die Rote Laterne an die Augsburger Panther abgegeben und sollte am Sonntag gegen Schwenningen ein weiterer Dreier gelingen, würde Iserlohn nach Punkten mindestens mit den Wild Wings gleichziehen. Die Schwarzwälder mussten am Freitag gegen Wolfsburg ein 1:2 hinnehmen. Aus den vorherigen vier Partien holte Schwenningen jedoch zehn von zwölf möglichen Punkten.


Es läuft in Köln: Sieben von acht Partien haben die Haie gewonnen. Lediglich den Schwenninger Wild Wings mussten sich die Rheinländer bisher geschlagen geben. Am Freitag gewann das Team von Coach Cory Clouston gegen Augsburg mit 3:2 und hat nach dem Ausrutscher von Meister München in Iserlohn vier Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger – und das mit einem Spiel weniger als die versammelte Konkurrenz. Der Zufall will es so, dass am Sonntagnachmittag die Grizzlys in der LANXESS Arena gastieren. Wolfsburg setzte sich am Freitag gegen die „Haie-Besieger“ aus Schwenningen mit 2:1 durch hat nach neun Partien 17 Zähler gesammelt.


Wann immer Nürnberg und Mannheim in DEL-Playoffs aufeinandertrafen, gingen die Adler als Sieger vom Eis. In der Hauptrunde sah dies zuletzt jedoch anders aus. In der Saison 2015/16 gewannen die Ice Tigers alle vier Vergleiche mit den Kurpfälzern. Diese Serie wollen die Franken nur zu gern auch in der aktuellen Spielzeit fortsetzen. Am Freitag schoss sich Nürnberg mit einem 4:0 in Düsseldorf warm. Aber auch Mannheim war nicht untätig und feiert ein 4:2 gegen Bremerhaven. Damit ist das Duell der Adler mit den Ice Tiger auch ein Treffen der Tabellennachbarn. Mit 16 Zählern belegen die Adler Rang vier. Mit einem Platz und einem Punkt Abstand folgt Nürnberg.


Unterschiedlicher hätte der Freitagabend bei den rheinischen Kontrahenten kaum verlaufen können: Düsseldorf unterlag den Thomas Sabo Ice Tigers glatt mit 0:4, während Krefeld ein 7:4 in Straubing einfuhr. Für die Pinguine, die zwischenzeitlich das Tabellenende zierten, war es der zweite Dreier und das dritte Spiel mit Punktgewinn in Folge. Dadurch verbesserten sich die Seidenstädter in der Endabrechnung auf den neunten Platz. Die DEG unterlag den Thomas Sabo Ice Tigers glatt mit 0:4 und fiel vor dem Derby auf Rang elf zurück. Allerdings hat Düsseldorf nur einen Zähler weniger auf dem Konto als Krefeld.

Bei aller Rivalität unter den rheinischen Kontrahenten, gab es auch eine nette Geschichte am Rande: Krefelds Daniel Pietta lud den verletzten Düsseldorfer Daniel Kreutzer via Facebook offiziell zum rheinischen Derby nach Krefeld ein. Der DEG-Kapitän antwortete prompt über die sozialen Netzwerke. „Besorg‘ mir bitte einen Platz in der Nähe eures Tores, damit ich die wichtigen Hütten gut sehen kann“, hieß es da von Kreutzer mit einem Augenzwinkern.


Am sechsten Spieltag hatte Straubing noch die Möglichkeit, die Tabellenführung zu erobern, doch seitdem lief bei den Tigers nicht mehr viel zusammen. Die Niederbayern reihten vier Niederlage aneinander und wurden in der Tabelle bis auf Rang zehn durchgereicht. Augsburg hat es derweil noch schlimmer erwischt. Zwei der drei bisher errungenen Siege holten die Panther am ersten Wochenende der Saison. Es folgten drei Niederlagen, ein Sieg gegen Bremerhaven und dann wieder drei Niederlagen. Das Ergebnis ist das Gastspiel der Roten Laterne im Curt-Frenzel-Stadion. Einer der beiden bayerischen Kontrahenten wird den Abwärtstrend am Sonntagabend jedoch stoppen.


Wenn sich München und Ingolstadt zum bayerischen Derby treffen, ist es zugleich ein Duell der Meister. Der amtierende Champion empfängt den Titelträger von 2014 zum Vergleich. Am Freitag mussten beide Teams jedoch Niederlagen hinnehmen. Ingolstadt verschlief gegen Berlin den ersten Durchgang komplett und lag schnell mit 0:4 zurück. Der ERC kämpfte sich war noch einmal zwischenzeitlich heran, aber am Ende stand das 4:7 gegen die Eisbären. München unterlag derweil den Iserlohn Roosters 1:2. Kapitän Michael Wolf hatte nur Sekunden nach der Niederlage eine Analyse parat: „Wir haben im Mitteldrittel kurz geschlafen und zwei Gegentore kassiert. Wenn man im Schlussabschnitt dann zehn von 20 Minuten auf der Strafbank sitzt, wird es schwer.“ Damit hat der Routinier den Finger in die Wunde gelegt. Ob beide Mannschaften aus den Fehlern gelernt haben, wird der Sonntagabend zeigen.