Lage der Liga

19. September 2016

Die Lage der Liga: Emotionaler Start in die neue Eiszeit

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
@DELoffice

Tolle Fairplay-Aktion der Grizzlys-Fans / Keilerei in Krefeld / Youngsters beeindrucken 

Der Rekordmeister ganz oben, einer der großen Favoriten ganz unten und jede Menge Diskussionsstoff nach den ersten beiden Spielen: Dem Auftakt in die 23. DEL-Saison mangelte es an Schlagzeilen nicht. Fast 90.000 Zuschauer strömten insgesamt in die Arenen und Stadien – das sind rund 6.400 Fans pro Spiel. Eine Zahl, die sich nicht nur durchaus sehen lassen kann, sondern auch Lust auf mehr macht.

Emotional ging es fast an allen Standorten zu. Die Massenkeilerei beim Krefelder 4:3-Sieg gegen die Adler Mannheim sorgte besonders für Gesprächsstoff. 184 Strafminuten, darunter sechs Spieldauerdisziplinarstrafen, hatten die Schiedsrichter am Ende ausgesprochen. Nach der Schlusssirene entlud sich bei den Protagonisten der Frust.

Heiß her im rein sportlichen Sinne ging es in Bremerhaven. Der DEL-Neuling machte bei seiner Premiere den Grizzlys das Leben schwer unterlag aber dennoch mit 2:3. „Wir haben einer Top-Mannschaft in der DEL Paroli geboten. Wenn wir da weitermachen, ist mir nicht bange für die Saison“, sagte Trainer Thomas Popiesch.

Thomas Popiesch

„Wir haben einer Top-Mannschaft in der DEL Paroli geboten. Wenn wir da weitermachen, ist mir nicht bange für die Saison.“

Die Fairplay-Aktion des Wochenendes fand ebenfalls an der Küste statt: Die zahlreich mitgereisten Fans aus Wolfsburg hielten einen Banner mit der Aufschrift „Willkommen in der DEL“ hoch. Eine ganz feine Geste der Niedersachsen-Anhänger. Immerhin: Ihren ersten Punkt holten die Fischtown Pinguins gestern in Schwenningen.


Kölns Gustaf Wesslau und Ingolstadts Timo Pielmeier starteten nahezu perfekt in die Saison und feierten jeweils einen Shutout. Während „Pille“ beim 4:0 seiner Panther am Freitag gegen Schwenningen ohne Gegentreffer blieb, schaffte Wesslau das gleiche Kunststück gestern beim Topspiel der Haie in Mannheim. Freude auf der einen, Frust auf der anderen Seite: die Adler Mannheim zieren nach zwei Spielen das Tabellenende, gingen zwei Mal leer aus und blieben sogar gegen Köln ohne Treffer. Aber: Angesichts der Verletztenmisere ein nicht ganz überraschender Umstand.

Wenn’s mal wieder etwas länger dauert, dann haben sich Iserlohn und Nürnberg gegenübergestanden:  Erst mit dem 23. Penalty erzielte Ice Tigers-Youngster Vladislav Filin den entscheidenden Treffer beim 4:3-Erfolg seiner Mannschaft am Seilersee. Apropos Youngster: Münchens Max Kastner und der Krefelder Lukas Koziol freuten sich bestimmt am meisten. Koziol erzielte sein erstes DEL-Tor bzw. seinen ersten Doppelpack am Freitag gegen Mannheim. Kastner, schon DEL-erprobt, schaffte das Gleiche am Sonntag beim 5:1 in Wolfsburg.

Eine weiße Weste haben als einzige Teams Berlin und Köln. Augsburg holte zum Start respektable fünf Zähler. Genauso viele Scorerpunkte haben Berlins Nick Petersen und Krefelds Daniel Pietta auf ihrem Konto. Keine schlechte Ausbeute nach zwei absolvierten Partien.

Einem, dem es nicht mehr um Statistik gehen wird, ist Mirko Lüdemann. Das Kölner Urgestein bitte zu seiner „letzten Eiszeit“ am kommenden Samstag. Emotional dürfte es werden, Lüdemann begrüßt viele alte Weggefährten. Der DEL-Rekordspieler nimmt dann nach 1.197 Spielen seinen Hut. Auch die DEL verneigt sich vor dem Ausnahmespieler. „Mach’s gut, Lüde“.