Let's Fetz!

7. März 2017

Die großen Vier – wer funkt dazwischen?

Christoph Fetzer

Von Christoph Fetzer
@fetzi6

Viertelfinale. Ab jetzt geht’s richtig zur Sache. München, Mannheim, Nürnberg und Köln haben Heimvorteil. Die „Big Four“ haben sich in der Hauptrunde deutlich vom Rest abgesetzt. Sie sind gespickt mit Topspielern und gehen als Favoriten in die #geilstezeit. Steht das Halbfinale also schon fest? Nicht so schnell.  

Die Favoriten

Hauptrunden-Dominanz Drei Teams mit über 100 Punkten. Ein weiteres, das knapp an dieser Marke gescheitert ist. Die „Big Four“ haben in der Hauptrunde Maßstäbe gesetzt. Die Red Bulls, die Adler, die Ice Tigers und die Haie sind den anderen Viertelfinalisten in individueller Qualität und Kadertiefe überlegen. Die Hauptrunde hat zwar gezeigt, dass in der DEL in einem einzigen Spiel jeder jeden schlagen kann. Aber in einer Best-of-Seven-Serie? Schwer vorstellbar.

Top, top, top Es gibt kaum eine Statistik, kaum eine Kategorie, in der nicht eines der Big-Four-Teams vorne gelandet ist. München hat die beste Offensive, Köln die beste Defensive, Mannheim das beste Powerplay und Nürnberg stellt vier der besten fünf Scorer der Hauptrunde. Nürnbergs Patrick Reimer wurde Spieler und Stürmer des Jahres, Münchens Konrad Abeltshauser Verteidiger des Jahres, Kölns Gustaf Wesslau Torwart des Jahres, Ice-Tigers-Coach Rob Wilson Trainer des Jahres.

Nachschub aus Nordamerika Es ist ja nicht so, dass die vier Teams da vorne nicht schon tief genug besetzt gewesen wären. Aber dann holten sie sich während der Saison alle noch Verstärkung aus Nordamerika. Köln mit Christian Ehrhoff, Nürnberg mit Brandon Prust und Rob Schremp, Mannheim mit Luke Adam und Carlo Colaiacovo. Am Ende zog auch München – lange das einzige DEL-Team ohne Neuzugang während der Saison – mit Yann Sauvé noch nach. Weil halt auch das nötige Kleingeld da ist.

Die Herausforderer

Pavels Playoff-Spezialisten Pünktlich zu den Playoffs sind die Grizzlys Wolfsburg in Bestform. Das ist in dieser Saison so, das war in den vergangenen Spielzeiten so. Viermal in Folge im Halbfinale, in der Vorsaison sogar im Finale: beeindruckend. Trainer Pavel Gross findet immer einen Weg, sein Team optimal auf die Playoff-Gegner einzustellen. In den vergangenen drei Jahren nahmen die Grizzlys zweimal Nürnberg und je einmal München und Mannheim aus den Playoffs. Sind jetzt die Kölner Haie an der Reihe?

#pureEmotion Beste DEL-Platzierung aller Zeiten, hartes, schnelles Eishockey, vielen Großen ein Bein gestellt. Die Augsburger Panther sind die Überraschung unter den Top Sechs. Stark ist vor allem das Panther-Powerplay. 50 Tore in Überzahl, Liga-Topwert. Dazu kommt die Begeisterung, mit der die Panther spielen. Der Twitter-Hashtag #pureEmotion ist keine leere Phrase. Die Thomas Sabo Ice Tigers dürfen sich warm anziehen.    

Hauptstadt und Seestadt mit Momentum Und dann sind da ja noch die Eisbären Berlin und die Fischtown Pinguins. Beide Teams sind im Viertelfinale gegen Mannheim und München Außenseiter. Aber sie kommen mit Schwung aus der 1. Playoff-Runde, sind im Rhythmus. Wie heißt es so schön? Sie haben das Momentum. Wie der ERC Ingolstadt 2013/14. Neunter nach der Hauptrunde, am Ende Meister. Im Eishockey geht das.

Die Prognose

Ist doch langweilig, wenn die Big Four geschlossen ins Halbfinale einziehen. Mindestens einen erwischt es. Weil die Grizzlys die Grizzlys sind. Oder weil die Panther weiter auf der Euphorie-Welle reiten. Weil die Eisbären rechtzeitig in Form sind. Oder weil die Fischtown Pinguins... nein, das wäre dann doch ein wenig vermessen. Obwohl: In den Playoffs ist alles möglich. #geilstezeit halt.