Nationalmannschaft

13. Mai 2018

Deutschland landet 3:2-Überraschungscoup gegen Finnland

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Nationalmannschaft feiert ersten WM-Erfolg gegen eine finnische Auswahl seit 25 Jahren / Finnen gleichen erst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit aus / Markus Eisenschmid sorgt mit seinem WM-Premieretreffer in der Verlängerung für den Überraschungserfolg / Am Dienstag gegen das NHL-Starensemble aus Kanada

Eine überragende Leistung der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen den zweimaligen Weltmeister und Mitfavoriten aus Finnland wurde bei der 2018 IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft belohnt. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm entschied die Partie mit 3:2 (0:1, 2:0, 0:1, 1:0) n.V. für sich und feierte somit einen Überraschungserfolg gegen den Favoriten.

Sturm hatte überraschend Mathias Niederberger den Vorzug vor Niklas Treutle gegeben. Der Düsseldorfer Schlussmann war erst am Vortag als letzter Kaderspieler lizenziert worden. Damit feierte nach Niklas Treutle, Jonas Müller, Markus Eisenschmid, Manuel Wiederer, Bernhard Ebner, Marc Michaelis, Sebastian Uvira sogar der achte deutsche Akteur sein WM-Debüt während des laufenden Turniers.

Der 25 Jahre alte Schlussmann wurde gleich am Anfang kalt erwischt. Eeli Tolvanens Flachschuss ging zum 0:1 in die Maschen, Niederberger war machtlos. Seine Klasse durfte er im weiteren Verlauf allerdings mehrfach unter Beweis stellen. Nur zwei Torschüsse nach dem ersten Abschnitt verzeichnete die deutsche Auswahl, diese allerdings waren brandgefährlich. Sowohl Daniel Pietta als auch Leon Draisaitl scheiterten hauchdünn.

Eine ohnehin schon schnelle Partie nahm im zweiten Abschnitt noch mal an Fahrt auf. Frederik Tiffels schaltete nach einem Schuss von der blauen Linie am schnellsten und markierte das 1:1 aus der Drehung. Finnland wurde wütender, Niederberger aber eben auch gleichzeitig immer besser. Insbesondere taktisch und kämpferisch präsentierte sich Marco Sturms Team perfekt eingestellt. Das sollte belohnt werden: Björn Krupps Schlenzer ging an allen vorbei ins Netz. Deutschland hatte die Partie gedreht.

Wie zu erwarten war, kamen die Finnen im Schlussdurchgang stürmisch aus der Kabine. Doch Deutschland hielt dagegen. Die Zeit verann und es sah nach einer Überraschung aus. Bis Ausnahmetalent Sebastian Aho rund zwei Minuten vor dem Ende das 2:2 in Überzahl markierte. In der Verlängerung machte Markus Eisenschmid den deutschen Erfolg allerdings trotzdem perfekt: Dominik Kahun bediente nach zwei Minuten seinen Teamkollegen mustergültig – dieser sicherte der DEB-Auswahl mit seinem Treffer den ersten WM-Erfolg gegen Finnland seit 25 Jahren.

Am morgigen Montag steht eine Trainingseinheit am Nachmittag auf dem Programm, bevor die Nationalmannschaft am Dienstag (16.15 Uhr, live bei SPORT1) im letzten WM-Spiel auf das mit NHL-Stars gespickten Starensemble Team Kanada trifft. Besonderen Reiz erhält diese Begegnung natürlich auch aufgrund des ersten direkten Duells zwischen Leon Draisaitl und Superstar Connor McDavid. Auch die Oilers-Spieler Ryan Nugent-Hopkins sowie Darnelle Nurse stehen im Kader der Ahornblätter.


Bundestrainer Marco Sturm: „Gegen Schweden und Finnland tun sich deutsche Mannschaften eigentlich immer schwer. Umso lieber nehmen wir heute den Sieg natürlich mit. Mit den ersten zehn Minuten war ich nicht zufrieden, aber danach sind wir als Team aufgetreten, standen defensiv sehr gut, haben die Kleinigkeiten richtig gemacht und sind von Minute zu Minuten immer enger zusammengewachsen. Diese Art des Eishockeys hat mir gefallen. Ich freue mich besonders für Mathias Niederberger, der Mitte April zuletzt gespielt hat und seitdem nur trainieren konnte. Dieser Sieg war nicht nur wichtig für die Mannschaft hier, sondern auch für die Zukunft.“

Mathias Niederberger, Düsseldorfer EG: „Es war ein klasse Kampf der ganzen Mannschaft! Die Jungs haben viele Schüsse geblockt. Ich freue mich natürlich, dass wir uns für diesen Kampf belohnt haben und das uns dieser Sieg bei meiner WM-Premiere geglückt ist.“


Tore: 0:1 Eeli Tolvanen (2:26), 1:1 Frederik Tiffels (25:26), 2:1 Björn Krupp (38:48), 2:2 Sebastian Aho (57:54), 3:2 Markus Eisenschmid (62:00)

Deutschland: Niederberger (Pielmeier) – Y. Seidenberg, M. Müller; Eisenschmid, Hager, Plachta – Holzer, D. Seidenberg; Draisaitl, Kahun, Ehliz – J. Müller, Krupp; Michaelis, Tiffels, Noebels – Mebus; Höfflin, Pietta, Krämmer; Uvira.

Zuschauer: 5.077