Teamcheck

15. September 2016

Bremerhaven: Vom Gejagten zum Jäger

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
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Radikaler Umbau beim DEL2-Meister von 2014 / Pinguins wollen die Rote Laterne vermeiden

Die Pinguins wurden nach dem Aus der Hamburg Freezers ins kalte DEL-Wasser geworfen. Nach erfolgreichen Jahren in der DEL2 mit dem Titelgewinn 2014 muss sich Bremerhaven in einer neuen Rolle zurechtfinden. Die Seestädter sind nicht mehr die Gejagten, sie sind jetzt Jäger. Auch wenn erst spät am Kader für die DEL gearbeitet werden konnte und der Club den kleinsten Etat hat, will sich Bremerhaven nach Kräften wehren und vor allem die Saison nicht mit der Roten Laterne beenden.

Die DEL2-Saison 2015/16 endete nicht nach dem Geschmack der Pinguins. Die Hauptrunde, die auf dem zweiten Platz hinter den Bietigheim Steelers beendet wurde, lief noch nach Plan, doch in den Playoffs war dann im Viertelfinale gegen Dresden die Endstation erreicht. Mit 3:4 unterlagen die Pinguins den Eislöwen in der Serie.

Bremerhaven bereitete sich in der Folge darauf vor, diese Scharte in der kommenden Saison auszuwetzen, doch es kam alles anders. Bereits im Februar hatten sich die Seestädter, wie in den Jahren zuvor, für die DEL beworben und mit dem plötzlichen Aus der Hamburg Freezers war Fischtown im DEL-Rennen, da sich kein anderer Club beworben hatte.

Pinguins-Manager Alfred Prey

Auch Underdogs können beißen!


Damit waren alle Planungen an der Waterkant über den Haufen geworfen und der Club musste sich auf die Saison eine Etage höher vorbereiten. Mit dem kleinsten Etat der Liga geht es in die Premieren-Saison, die aber nicht auf dem letzten Platz enden soll. „Auch Underdogs können beißen! Wir wollen zu Hause eine Macht bleiben. Wer nach Bremerhaven fährt, um Punkte zu holen, muss sich warm anziehen“, erklärte Manager Alfred Prey.

Bremerhavens Coach Thomas Popiesch

Wir werden nicht immer das schönste Eishockey spielen, aber dafür das härteste, schnellste und aggressivste Eishockey zeigen.


Coach Thomas Popiesch ergänzte: „Irgendjemand hat immer den kleinsten Etat. Das ist als Ausrede zu billig und noch lange kein Grund, den letzten Platz zu belegen. Wir werden nicht immer das schönste Eishockey spielen, aber dafür das härteste, schnellste und aggressivste Eishockey zeigen.“ Klare Ansage!

Zum spielenden Personal: Neu im Tor ist der Finne Jani Nieminen, der zuletzt für SaiPa Lappeenranta in der höchsten finnischen Liga auf dem Eis stand. Dahinter wurde Gerald Kuhn gehalten, der immerhin drei DEL-Spiele für die Krefeld Pinguine absolvierte.

Der Finne Jani Nieminen hütet das Tor der Norddeutschen. (Foto: City-Press)

Etwas weiter vorn, bei den Verteidigern, wurden sechs Neue verpflichtet. Als Topverpflichtung könnte sich Mike Moore herauskristallisieren. Der Kanadier war in den letzten Jahren stets mit einem Zwei-Wege-Vertrag für die NHL ausgestattet, konnte aber nur sechs Spiele in der besten Liga für die San Jose Sharks absolvieren. Dafür kamen über 500 AHL-Spiele zusammen in denen Moore 139 Scorerpunkte sammelte und in der Plus/Minus-Wertung auf +64 kam. Zudem erwarten sich die Verantwortlichen in „Fischtown“ viel von Bronson Maschmayer, dem vor allem große läuferische Fähigkeiten nachgesagt werden.

Mike Moore im Trikot der Pinguins. (Foto: City-Press)

Im Angriff blieb kein Stein auf dem anderen. Brock Hooton, Marian Dejdar, Jordan Owens und David Zucker blieben, doch dazu gesellen sich gleich neun neue Torjäger. Eine Führungsrolle soll Center Rob Bordson übernehmen, der vor allem im Powerplay Stärken hat. Auch Jack Combs dürfte als Vollstrecker vor des Gegners Kasten wichtig für Bremerhaven werden. In der AHL erreichte der US-Amerikaner einen Punkteschnitt von 0,49.

Zum Abschluss noch einmal Coach Thomas Popiesch: „Wir müssen lernen, schnell die Qualität in der DEL aufzunehmen. Mit anderen Worten: Unser Spiel ohne Scheibe muss schneller werden. Wir dürfen dem Gegner weder Raum noch Zeit geben. Für uns wird es besonders wichtig sein, dass wir als Mannschaft schnell zusammenwachsen und uns auf und neben dem Eis als homogene Einheit präsentieren.“

Drei Spieler im Portrait:

Nieminen Jani: Ein schneller und reflexstarker Torhüter, der in der finnischen SM Liiga über Jahre seine Klasse bewiesen hat. Er kann für die Pinguine zum starken Rückhalt in dieser Spielzeit werden.

Moore Mike: Er war der Wunschspieler der Verantwortlichen am Wilhelm-Kaisen-Platz. Ausgestattet mit einer Menge Erfahrung soll er das Team führen. Moore wird mit Sicherheit nicht zu den laufstärksten Spielern der Liga zählen, hat aber in der Vorbereitung bereits eindrucksvoll bewiesen, dass seine Aktionen und seine Übersicht dem Team Selbstvertrauen geben.

Bordson Rob: Ein erfahrener AHL Spieler, der sowohl als Außen wie auch als Center zum Einsatz kommen kann. Stark am Bully und ideenreich in seinen Kombinationen soll er in der Offensive der Seestädter für Furore sorgen.

Der Kader der Fischtown Pinguins Bremerhaven

Abgänge: Tim Miller, Patrick Klöpper, Kevin Orendorz, Benjamin Zientek, David Stieler, Jan Kopecky, Björn Bombis, Gabriel Guentzel, Pavel Dronia, Andrej Teljukin, Jonas Langmann

Zugänge: Jani Bieminen, Josef Lala, Mike Moore, Bronson Maschmeyer, Kevin Lavallee, Wade Bergmann, Steven Bär, Jason Bast, Rob Bordson, Jordan George, Cory Quirk, Jack Combs, Marius Stöber, Christoph Körner, Tobias Kirchner, Jeremy Welsh, Atte Pentikäinen

Das Mannschaftsfoto der Fischtown Pinguins Bremerhaven.

Das Team der Saison 2016/17

Tor: Jani Nieminen, Gerald Kuhn, Josef Lala
Verteidigung: Cody Lampl, Mike Moore, Dominik Tiffels, Bronson Maschmeyer, Kevin Lavallee, Steve Slaton, Wade Bergmann, Gino Blank, Steven Bär, Atte Pentikäinen
Angriff: Jason Bast, Rob Bordson, Jordan Heorge, Cory Quirk, Marian Dejdar, David Zucker, Brock Hooton, Jordan Owens, Jack Combs, Andrew McPherson, Marius Stöber, Christoph Körner, Tobias Kircher, Jeremy Welsh