Playoffs 2017

3. März 2017

Bremerhaven gelingt Sensation - Auch Berlin im Viertelfinale

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Drama pur: Erstmals in der DEL-Historie gelingt einem Neuling der Sprung unter die Top-Acht / Pinguins treffen nun auf Meister EHC Red Bull München / Nervenschlacht in Straubing: Eisbären gewinnen in der 3. Verlängerung nach 103:17 Minuten das Marathonmatch bei den Tigers mit 3:2 / Jetzt gegen Mannheim!

Der Jubel kannte keine Grenzen! Fast 4.700 Zuschauer standen Kopf, die Mannschaft feierte mit den Fans ausgelassen die Sensation: Erstmals in der DEL-Historie hat sich ein Neuling für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven haben durch den 6:5-Erfolg in Spiel zwei der 1. Playoff-Runde gegen den ERC Ingolstadt den Einzug unter die letzten Acht perfekt gemacht. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Erfolgstrainer Thomas Popiesch nach dem Match. Den ersten Vergleich hatten die Seestädter mit 4:1 für sich entschieden. Popiesch: „Das ist toll für die gesamte Region.“

Einen wahren Krimi mit dreifacher (!) Verlängerung lieferten sich in Spiel zwei der Serie auch die Straubing Tigers und die Eisbären Berlin. Nach 100 Minuten hatte es 2:2 gestanden. In der 3. Overtime sorgte Jamie MacQueen für den erlösenden Sieg der Berliner, die nun auf die Adler Mannheim treffen.      

Berlin, das in Straubing wieder auf die im ersten Vergleich noch fehlenden Micki DuPont und André Rankel zurückgreifen konnte, und die Gastgeber lieferten sich von der ersten Sekunde an ein heißes Playoff-Spiel. Sean Sullivans abgefälschten Powerplay-Treffer beantworteten die Eisbären nur 31 Sekunden später mit einem Schlenzer von Alexandre Roach an Freund und Feind vorbei zum 1:1. Torchancen gab es in der Folge zu Hauf. Die Keeper Matt Climie und Petri Vehanen hatten alle Hände voll zu tun. Scott Timmins fälschte erneut in Überzahl zum 2:1 für die Hausherren ab.

Verlängerung: Erst eine, dann zwei, dann drei – und dann MacQueen

Nach dem Wechsel blieb das Match intensiv. Spencer Machaceks Rückhandschuss aus dem Slot bedeutete den 2:2-Ausgleich. Trotz weiterhin zahlreicher Gelegenheiten ging es mit diesem Resultat in den Schlussdurchgang. Dort verpassten beide Teams – teilweise freistehend - mehrfach die Vorentscheidung. Zum Ende der regulären 60 Minuten kamen die Straubinger abermals in Überzahl, nutzen diese aber nicht.

Somit ging es in die 1. Verlängerung in den diesjährigen Playoffs. Die Partie stand auf des Messers Schneide, war nichts für schwache Nerven. Berlin zeigte sich optisch überlegen, aber Climie verhinderte das Aus für die Niederbayern. Was dann passierte, hatte Krimi-Charakter: In der 2. Verlängerung überschlugen sich die Ereignisse. Climie, Vehanen, das Gestänge – es war alles dabei. Außer einem Tor. So musste die 3. Verlängerung entscheiden. Den entscheidenden Treffer zugunsten der Berliner schoss Jamie MacQueen nach 103:17 Minuten.

Dramatisches Spiel in Bremerhaven

Drei Powerplay-Tore im ersten Abschnitt gab es auch in Bremerhaven zu bestaunen. Mike Hoeffel und Jack Combs sorgten bei einem Gegentreffer von John Laliberte für eine 2:1-Führung der Hausherren nach den ersten 20 Minuten. Die Gäste aus Ingolstadt zeigten sich nach dem Wechsel eiskalt. Innerhalb von zwei Minuten drehten sie das Match durch Tore von David Elsner und Petr Taticek. Bremerhaven ließ sich davon nicht beeindrucken. Erst Jordan Owen und nur wenige Sekunden später Ross Mauermann trafen zum 3:3 und 4:3.

Damit aber nicht genug: Brandon Buck glich ein völlig verrücktes Spiel nur 38 Sekunden nach Wiederbeginn erneut aus. Owens mit seinem zweiten Tor des Abends nur rund eine Minute später stellte auf 5:4. Die Pinguins-Fans standen Kopf. Erst recht, als Jason Bast auf 6:4 erhöhen konnte. Ingolstadt geschlagen? Nein. Wieder kurz darauf schloss Brian Scalcido an. Das Drama nahm seinen Lauf. Doch es sollte kein weiterer Treffer fallen. Die Sensation war perfekt. Der Neuling trifft nun auf Meister München.

Straubing Tigers – Eisbären Berlin 2:3 (2:1, 0:1, 0:0, 0:0, 0:0, 0:1) OT
 

5680 Straubing Tigers - Eisbären Berlin


Tore: 1:0 Sean Sullivan (4:43), 1:1 Alexandre Roach (5:14), 2:1 Scott Timmins (12:00), 2:2 Spencer Machacek (30:22), 2:3 Jamie MacQueen (103:17)

Fischtown Pinguins Bremerhaven – ERC Ingolstadt 6:5 (2:1, 2:2, 2:2)  
 

5671 Pinguins Bremerhaven - ERC Ingolstadt


Tore: 1:0 Mike Hoeffel (5:24), 1:1 John Laliberte (12:39), 2:1 Jack Combs (19:48), 2:2 David Elsner (24:18), 2:3 Petr Taticek (25:59), 3:3 Jordan Owens (33:27), 4:3 Ross Mauermann (33.53), 4:4 Brandon Buck (40:38), 5:4 Jordan Owens (41:42), 6:4 Jason Bast (46:28), 6:5 Brian Scalcido (47:45)