„Wally beweist in dieser Saison viel mehr Fähigkeiten, die einen Verteidiger ausmachen. Früher war er nur offensiv, jetzt kann er viel mehr“, sagt Eisbären-Assistenztrainer Jeff Tomlinson, der sich vor allem um die Verteidiger kümmert, über seinen Mann mit der Nummer 17.

Für Derrick ist Steve Walker (rechts) kein Unbekannter.

Derrick Walser ist kein wirklicher Neuzugang im Eisbärenteam auch wenn er am Gewinn der zwei Meisterschaften in den vergangenen beiden Jahren keinen Anteil hatte. Walser ist ein Rückkehrer nach Hause. Einer, dem es in Berlin, bei den Eisbären so gut gefallen hat, dass er wiederkommen wollte nachdem er den Traum von der besten Eishockeyliga der Welt der NHL für sich ad acta legen konnte und nebenbei zudem auch ein bisschen Geld verdienen konnte, um für die Zeit nach der Karriere etwas zurückzulegen. 

Der 31jährige Kanadier fühlte sich in diesem Sommer, ganz im Gegensatz zu seinem ersten Gastspiel hier in Berlin, schon nach kurzer Zeit richtig wohl. 2004 war er erstmals in die deutsche Hauptstadt gewechselt, brauchte jedoch eine Weile, um sich einzugewöhnen. Jetzt fiel ihm das viel leichter. „Hier ist es wirklich einfach Eishockey zu spielen. Die Voraussetzungen sind großartig und alle Leute kümmern sich wirklich um einen, ob nun in der Kabine oder im Büro“, sagte Walser schon nach nur zwei Wochen. Zudem traf er natürlich alte Kollegen wieder. Mit Florian Busch, Steve Walker, Jens Baxmann, Stefan Ustorf, Frank Hördler oder Denis Pederson zusammen gewann er bereits in den Jahren 2005 und 2006 für die Eisbären die Meisterschaft. Eine Eingewöhnungszeit brauchte er also nicht wirklich, obwohl er drei Jahre weg war.

Walser war schon beim ersten Meistertitel der Eisbären dabei

Nach der Titelverteidigung und seiner Wahl zum „wichtigsten DEL-Spieler“ der Play-offs 2006 wollte er noch mal den Sprung zurück über den großen Teich wagen. 82 NHL-Spiele hatte er für die Columbus Blue Jackets bestritten, jetzt aber machten ihm die Carolina Hurricanes ein gutes Angebot. Nach nur zwei Monaten in deren Farmteam wurde er aber wieder nach Columbus getauscht und spielte dann im Farmteam der Hurricanes. Neunmal durfte er aber immerhin noch in der NHL ran und erzielte dabei auch zwei Treffer. Gut genug, um von den Toronto Maple Leafs einen guten Vertrag angeboten zu bekommen, den er nicht ausschlagen konnte. Einzig die Maple Leafs ließen ihn bei ihrem Kooperationspartner, den Toronto Marlies, schmoren.

Nach einem Jahr dort hatte er genug und wagte den Schritt nach Russland. Dort aber, bei Witjas Tschechow, dem zweitschlechtesten Team der Kontinental Hockey League (KHL) 2008/09, wurde er noch weniger glücklich. Die Mannschaft gewann nur dreizehn von 56 Partien, er erzielte nur drei Tore und auch vom Umfeld her gelang es ihm nicht, sich mit Russland anzufreunden. Da war er froh, in eine solch „sichere“ Umgebung, wie Berlin zurückkehren zu können, nachdem Deron Quint im Sommer den Weg in die andere Richtung angetreten hatte.
 

Derrick Walser kam als Familienvater zurück nach Berlin und brachte natürlich seine Familie mit. Mit seiner Frau Sara freut er sich mit den Jungs Hudson (knapp 3 Jahre) und Camden (1 Jahr alt) zusammen zu sein. Eigentlich ist er nämlich so ein richtiger Familienmensch, was zudem gegen das Leben in Russland sprach.

Bisher stehen für Walser in der diesjährigen DEL-Saison 47 Spielen fünf Tore und 28 Vorlagen zu Buche. Da ist für ihn noch etwas Luft nach oben. In seiner zweiten Spielzeit bei den Eisbären verzeichnete er in 48 Matches 19 Treffer und 24 Assists.

Aber: Wie auch Co-Trainer Jeff Tomlinson ist Chefcoach Don Jackson darüber nicht allzu traurig. „Derrick ist jetzt ein viel wettbewerbsfähigerer Spieler als er es vor einigen Jahren war. Seine Offensivstärke fehlt momentan noch, aber das wird kommen, da bin ich mir sicher“, sagt Jackson und nickt dabei unterstützend.