Den Eisbären Berlin ist die Revanche für die 3:8 Auftaktniederlage in Kassel gelungen. Der Champion besiegte die Huskies heute in eigener Halle mit 9:4 (3:0, 3:3, 3:1). Mit dem Sieg werden die Berliner auch nach den Abendspielen (ab 18:30 Uhr im DEL-Liveticker) die Tabelle anführen. Gleichzeitig gewann Grizzly Adams Wolfsburg in Ingolstadt mit 4:3 (1:1, 2:2, 1:0).
Chris Hahn (4.) und Jens Baxmann (8.) besorgten eine schnelle Führung für die Eisbären. In der 15. Spielminute musste Tyson Mulock nach einem Hohen Stock mit Verletzungsfolge mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe frühzeitig unter die Dusche. Kassel verpasste es jedoch durch eigene Strafen Kapital daraus zu ziehen. Vielmehr waren es Steve Walker, der in einer 4:3-Überzahl für Berlin nachlegte.
Das zweite Drittel begann, wie das erste begonnen hatte. Jeff Friesen (24.) erhöhte auf 4:0. Die Eisbären ließen im Anschluss die Zügel etwas schleifen, und so konnte Kassel nach drei Toren Hoffnung schöpfen. Bryan Schmidt (28.), Alex Leavitt (32.) und Pierre-Luc Sleigher (33.) hatten die Hessen bis auf ein Tor herangebracht. Der Meister zeigte sich dann wieder hellwach. Andrew Roach und (35.) und Denis Pederson (36.) stellten mit einem Doppelschlag wieder eine Drei-Tore-Führung zur Pause her.
Im Schlussabschnitt besorgten dann Stefan Ustorf (51.), T.J. Mulock (57.) und Steve Walker (58.) den 9:4-Endstand. Pierre-Luc Sleigher hatte für die Huskies zwischenzeitlich Ergebniskosmetik betrieben.
Kassels Trainer Stephane Richer war nach dem Spiel nicht sonderlich erbaut: „Berlin hat super gespielt. Wir alle wissen, dass sie das beste Team der Liga sind und viel Talent haben. Sie waren heute hart in den Zweikämpfen und haben Schüsse geblockt - sie waren einfach bereit. Wir hingegen haben zu viele Strafen genommen und nicht gut genug gespielt. Vielleicht war das Spiel heute einfach zu früh nach dem Ersten."
„Wir waren von Anfang an voll da und haben sehr gut gespielt. Im letzten Drittel haben wir hart gearbeitet und viele Strafen erzwungen. Der Mittelabschnitt war nicht Fisch nicht Fleisch. Wir sind auf einem guten Weg", erklärte Don Jackson, Coach der Eisbären.
3Stars: Jens Baxmann (EBB), Denis Pederson (EBB), T.J. Mulock (EBB)
Ingolstadt verspielt Führung
Es bleibt dabei. Treffen die Wolfsburger im Powerplay, gewinnen sie auch. Zuvor war jedoch eine Aufholjagd angesagt. Bereits nach 44 Sekunden hatte Martin Hinterstocker Ingolstadt in Front geschossen. Ab der zehnten Spielminute fanden die Gäste besser in das Spiel und David Sulkovsky glich aus. Der Stürmer konnte seinen eigenen Nachschuss holen und traf per Bauerntrick.
In der Drittelpause meinte der Torschütze, der derzeit nur einen Probevertrag bei den Grizzlys hat: „Wir hatten uns einen guten Start vorgenommen, haben aber ein unglückliches Tor bekommen. Diesmal sind wir aber nicht von unserem Spielplan abgekommen.“ Zu seiner persönlichen Situation sagte 31-Jährige, der nur als Ersatz für die verletzten Andreas Morczinietz (doppelter Kieferbruch) und Jan-Axel Alavaara geholt wurde: „Ich will zeigen, dass ich fit bin und gut spielen kann. Ich will mich für einen Vertrag empfehlen. Wichtig ist aber zunächst, dass ich mich als vollwertiges Mannschaftsmitglied sehe und ich muss sagen, dass mich das Team sehr gut aufgenommen hat.“
Das folgende Drittel begann mit einer doppelten Überzahl des ERC, aber Thomas Greilinger holte nach 80 Sekunden nur die Farbe von der Latte. Eine Minute später sollte er es jedoch besser machen und traf nach feiner Einzelleistung zur Führung. Pat Kavanagh (28.) legte noch zum 3:1 nach. Nur wenige Sekunden später, Ingolstadt war in Unterzahl, jubelte das Publikum erneut, doch der vermeintliche Treffer des ERC konnte nach Ansicht des Videobeweises nicht gegeben werden, da der Puck nur den Pfosten getroffen hatte.
Die Grizzlys wurden danach wieder stärker und konnten sich bessere Möglichkeiten erspielen. Erfolgreich war aber erst Norm Milley (34.), der in Überzahl traf. Jason Ulmer (35.) machte den Doppelschlag zum Ausgleich perfekt. Vorausgegangen war dem Treffer ab ein Wechselfehler, der Ingolstädter den Gästen einen 2:0-Angriff erlaubte.
Martin Hinterstocker analysierte in der zweiten Pause folgerichtig: „Wir haben das Spiel wieder aus der Hand gegeben. Es waren zwei glückliche Tore für Wolfsburg. Wir müssen jetzt schauen, dass wir ihnen nicht mehr so viele leichte Angriffe wie den zum 3:3 geben. Das bringt uns in Bedrängnis.“
Das gelang den Ingolstädtern auch, aber Paul Traynor (52.) traf für die Niedersachsen in Überzahl. Für ihn war es das erste Tor im Trikot der Wolfsburger. Die Panther versuchten kurz vor Schluss noch mit sechs Feldspielern den Ausgleich zu erzwingen, aber Jochen Reimer im Kasten der Grizzlys hielt seinen Arbeitsplatz sauber.
„Wir sind restlos bedient. Wenn man schaut, wie die Tore gefallen sind, muss man sagen, dass die Niederlage unglücklich war. Erst kassieren wir das 3:2 im Powerplay nach einem Nachschuss und dann kostet uns ein Wechselfehler die Führung. Wir haben gekämpft und ich denke, man kann heute keinem einen Vorwurf machen“, kommentierte ERC-Verteidiger Michael Bakos die Partie.
Kai Hospelt von den Grizzlys klang da etwas zufriedener: „Gegen Berlin am Donnerstag war es zwar am Ende knapp, aber wir haben nicht gut gespielt. Das war heute anders. Wir haben uns heute zerrissen und nur so kann man Auswärts gewinnen.“
„Ich bin stolz auf meine Mannschaft – auf jeden Einzelnen, weil sie immer alles geben. Der Sieg ist sehr wichtig für uns“, sagte ein Coach, Anton Krinner, der aber auch noch Baustellen sieht: „Unser Unterzahlspiel ist grottenschlecht. Zusammen mit den vielen Strafen, die wir nehmen, ist das sicherlich keine gute Kombination. Ich hoffe, dass unsere Verletzten Spieler schon nächste Woche wieder einsteigen können. Speziell Jan-Axel Alavaara wird uns im Powerplay noch helfen können.“
Vor der Partie wurde noch Doug Ast von Ingolstadt geehrt. Nach sechs Jahren und 270 Spielen für den ERC wurde sein Trikots mit der Nummer 18 unter das Dach gezogen und wird in Ingolstadt nicht mehr vergeben. Der 36-Jährige musste seine Karriere aufgrund einer hartnäckigen Knöchelverletzung beenden.
3Stars: Jason Ulmer (WOB), Thomas Greilinger (ING), Paul Traynor (WOB)
Am Abend finden noch folgende Spiele statt:
Adler Mannheim – Hamburg Freezers
Iserlohn Roosters – Hannover Scorpions
Krefeld Pinguine – Thomas Sabo Ice Tigers
Augsburger Panther – Kölner Haie
DEG Metro Stars – Straubing Tigers
Den Vorbericht zu den Partien finden Sie hier.
Die Höhepunkte des sechsten Spieltags sehen Sie ab morgen auf DEL TV.

