Die Spitze rückt zusammen

Die ersten drei in der Tabelle sind bis auf zwei Punkte zusammengerückt. Die Eisbären unterlagen auf heimischem Eis den Frankfurt Lions mit 2:6 (2:3, 0:1, 0:2) und die Verfolger nutzten den Patzer. Köln gewann gegen Wolfsburg 4:2 (2:1, 1:1, 1:0) und Mannheim setzte sich gegen Straubing mit 4:3 (1:2, 0:0, 2:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen durch. Straubing übergab mit dem Punktgewinn die rote Laterne an Hamburg.

Die Hamburg Freezers mussten sich dem ERC Ingolstadt 3:5 (1:0, 1:3, 1:2) geschlagen geben. Gleichzeitig holten die Krefeld Pinguine nach zwei Niederlagen gegen Hannover einen 5:1 (1:0, 3:0, 1:1)-Erfolg und Nürnberg unterlag Augsburg nach 3:1 und 5:3-Führung am Ende mit 5:6 (2:1, 3:2, 0:2, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen.

Seidenberg trifft doppelt

Foto: Sörli BinderEin schwaches erstes Drittel der Adler nutzten die Straubing Tigers zur Führung in Mannheim. Yannic Seidenberg (14.) konnte zwar den Treffer von Dustin Whitecotton (10.) noch konntern, doch Eric Meloche (17.) schickte die Kurpfälzer mit einem Rückstand in die Kabine. Nach einem torlosen Mittelabstand drehten die Hausherren zunächst die Partie. Yannic Seidenberg (42.) traf kurz nach der Pause und Nathan Robinson (56.) brachte Mannheim erstmals in Front. Die Antwort der Gäste ließ aber nicht lange auf sich warten. Nur 30 Sekunden später egalisierte Andy Canzanello wieder für die bayern und sorgte für eine Zugabe. Nachdem die Verlängerung ohne Tor vorüberging, verwandelte Colin Forbes den entscheidenden Penaltyschuss und sicherte den Adlern damit den Extrapunkt.

Gäste-Coach Jürgen Rumrich war trotz der Niederlage nicht unglücklich: Das war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften. Hätte mir jemand vor dem Spiel gesagt, dass wir einen Punkt holen, wäre ich einverstanden gewesen. Jetzt aber muss ich sagen, dass mehr drin gewesen wäre. Unser Problem ist, dass wir hinten zu viele unglückliche Tore reinkriegen, wie zum Beispiel das zum 2:2. Ich bin dennoch stolz auf mein Team, dass es nach dem Rückstand noch einmal ausgleichen konnte. Das hat uns den Punkt gesichert

„Straubing hat heute großen Einsatz gezeigt. Die Leistung meiner Mannschaft im ersten Drittel die schlechteste, die ich seit dem zweiten Spieltag in Krefeld von ihr gesehen habe“, sagte Doug Mason, Trainer der Adler Mannheim, und ergänzte: „Man kann nicht immer erwarten, dass es reicht, wenn man 30 Minuten am Ende gut spielt um zu gewinnen. Heute ist es gerade noch gut gegangen. Ich hoffe, dass meine Mannschaft darüber nachdenkt und am Sonntag gegen Wolfsburg eine Reaktion zeigt.“

3Stars: Yannic Seidenberg (MAN), Mike Bales (STR), Fredrick Brathwaite (MAN)

Freezers übernehmen die rote Laterne

Bob Wren traf gegen Hamburg doppeltDurch den Punktgewinn von Straubing sind die Freezers jetzt Tabellenletzter. Das Spiel begann zunächst vielversprechend für Hanseaten. Jason King hatte sie nach nur 52 Sekunden in Front gebracht. Die Führung hatte bis zum zweiten Drittel bestand, doch diesmal kam der ERC besser aus der Kabine. Bob Wren (22.) glich zunächst aus und Bruno St Jacques (34.) traf zum 2:1 für Ingolstadt. Die Reaktion der Freezers kam jedoch schnell. Jason King egalisierte noch in der gleichen Minute.

Stephan Daschner (36.) und Bob Wren (53.) brachten die Gäste mit zwei Toren in Front und Hamburg war in den letzten Minuten gezwungen, alles auf eine Karte zu setzen. Coach Paul Gardner nahm bereits zwei Minuten vor dem Ende Goalie Jean-Marc Pelletier vom Eis und das Team von der Elbe kam durch Kimmo Kuhta (58.) konnte tatsächlich verkürzen. Der ganz große Wurf wollte aber nicht mehr gelingen, da Joe Motzko 29 Sekunden vor der Sirene mit einem Schuss in das leere Tor den alten Abstand wieder herstellte.

Paul Gardner: „Ich bin über die Leistung meiner Mannschaft und das Ergebnis sehr enttäuscht. Kein Spieler hat heute zu seiner Normalform gefunden. In Kassel müssen wir es auf alle Fälle besser machen, sonst haben wir auch dort keine Chance."

Bob Manno: „Ich bin über die drei Punkte sehr glücklich. In den ersten vierzig Minuten waren wir besser als die Freezers und haben deshalb verdient gewonnen."

3Stars: Bruno St Jacques (ING), Bob Wren (ING), Thomas Greilinger (ING)

Die Festung fällt

Nach 17 Siegen in Folge ist die Heimserie der Eisbären gerissen. Dabei fing es für die Hausherren gut an. Tyson Mulock (6.) hatte den Meister in Front gebracht, doch Jason Young (10.), Aleksander Polaczek (14.) und Christoph Gawlik (17.) brachten die Gäste mit 3:1 in Führung. Der Anschlusstreffer der Berliner kurz vor der Pause durch Richie Regehr (18.) blieb letztlich wirkungslos, denn Jeff Ulmer stellte im Mittelabschnitt den alten Abstand wieder her.

Im letzten Durchgang drückten die Hauptstädter noch einmal auf den Anschluss, doch Derek Hahn machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Kanadier stellte mit zwei Toren (44., 49.) den 6:2-Endstand her.

Entsprechend positiv fiel die Analyse bei Coach Rich Chernomaz aus: „Ich habe heute viel Spaß gehabt. Berlin ist ein sehr schwerer Gegner. Sie können viele Tore schießen. Daher haben wir in dieser Woche die Defensivtaktik trainiert. Wir haben wenig Fehler gemacht, in der neutralen Zone die Zweikämpfe gewonnen und waren in unserem Drittel bissig.“

Auf der anderen Seite bemängelte Don Jackson den Einsatz bei seinen Spielern: „Gratulation an Frankfurt. Wir waren heute nicht gut genug in den Zweikämpfen und haben nicht gut gespielt. In unserer Verteidigungszone haben wir nicht genug Druck gemacht – der Einsatz hat einfach nicht gestimmt. Wir müssen jetzt wieder zurückkommen, wie in der Vergangenheit auch.“

3Stars: Derek Hahn (FRA), Joey Tenute (FRA), Eric Schneider (FRA)

Lars Weibel hält den Sieg fest

Wolfsburg kam in der LANXESS Arena gut aus den Startlöchern, setzte die Gastgeber früh unter Druck, scheiterte aber immer wieder an Kölns Torwart Lars Weibel. Zur Halbzeit des ersten Durchgangs konnten sich die Haie aus der Umklammerung lösen und Martin Bartek netzte zum 1:0 ein. Kurz darauf, Wolfsburg spielte in Unterzahl, stellte Daniel Rudslätt die Anzeigetafel auf 2:0. Etwas überraschend fiel der Anschlusstreffer der Gäste 17 Sekunden vor der ersten Pause. Mike Green hatte im Powerplay getroffen.

Das zweite Drittel begann mit einem Paukenschlag. Nach nur 48 Sekunden stellte Christoph Ullmann den alten Abstand wieder her. Köln hatte jedoch nicht lange Freude an dem Ergebnis. In der 23. Spielminute brachte Ken Magowan den EHC mit seinem ersten Saisontor wieder heran. In der vergangenen Spielzeit war der Stürmer noch der Top-Torschütze der Liga. Die Domstädter verpassten es in der Folge das Ergebnis wieder deutlicher zu gestalten und die Grizzlys wurden immer stärker.

In den letzten 20 Minuten setzten sich die Niedersachsen teilweise über Minuten in der Verteidigungszone der Haie fest, doch der überragende Lars Weibel hielt was zu halten war. Wolfsburg nahm in der Schlussminute den Torwart zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, konnte sich aber nicht entscheidend vor dem Tor der Gastgeber festsetzen. Dem überzeugenden Christoph Ullmann gelang es schließlich den Puck in der neutralen Zone zu erobern und zur Entscheidung in das verwaiste Wolfsburger Tor zu treffen.

Entsprechend fiel die Analyse von Anton Krinner zum Spiel seiner Grizzlys aus: „Wir sind sehr gut gestartet und haben Köln in den ersten zehn Minuten gut beschäftigt. Danach haben leider etwas den Rhythmus verloren. Im letzten Drittel haben wir alles probiert, sind aber an unserer Abschlussschwäche gescheitert. Wir haben viel Aufwand betrieben, aber keine Punkte geholt.“

KEC-Coach Igor Pavlov fasste die Partie auf der Pressekonferenz treffend zusammen: „Weibel und Ullmann waren überragend. Es war heute aber auch chaotisch, unberechenbar und spannend – wie immer.“

3Stars: Lars Weibel (KEC), Christoph Ullmann (KEC), Andreas Morczinietz (WOB)

Nürnberg bringt Vorsprung nicht über die Zeit

Foto: bayernpress.deGreg Leeb und Petr Fical brachten die Ice Tigers in der elften Spielminute binnen 12 Sekunden mit 2:0 doch in Front, doch Colin Murphy verkürzte noch in der gleichen Minute. Nachdem Brad Leeb (21.) den alten Abstand wieder hergestellt hatte, waren es Chris Collins (27.) und Thomas Jörg (29), die die Partie wieder ausgeglichen gestalteten.

Noch vor der Pause stellten Andre Savage (36.) und Shane Peacock (40.) wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung für die Hausherren her, aber auch diesmal brachten sie das Ergebnis nicht über die Zeit. Thomas Jörg (53.) brachte die Panther wieder bis auf ein Tor heran und Connor James schickte die Partie 19 Sekunden vor der Sirene in die Verlängerung. Als diese ohne einen Sieger vorüber ging, war es Colin Murphy, der den entscheidenden Penaltyschuss verwandelte und Augsburg den zweiten Punkt sicherte.

Mitchell: „Wir waren blöd, was die Strafzeiten angeht. Meine Spieler haben dadurch immer wieder den Faden verloren, aber wenn man nicht aufgibt, ist es immer möglich, dass Unmögliche möglich zu machen. Wir können sehr glücklich sein, mit dieser Moral das Spiel noch gewonnen zu haben.“

Brockmann: „Mir fehlen einwenig die Worte. Das einzig Positive, was wir mitnehmen können, ist die Einstellung der Mannschaft. Wir haben jetzt in zwei Heimspielen zehn Gegentore bekommen. Wir müssen wieder mehr defensiv denken.

3Stars: Shane Peacock (TSIT), Colin Murphy (AEV), Brad Leeb (TSIT)

Doppelpack von Boris Blank entscheidet Spiel

Foto: Andreas DrabbenIn Krefeld nutzte Richard Pavlikovsky (16.) eine zweifache Überzahl zur Führung für die Pinguine. Nach dem Seitenwechsel schienen die Scorpions noch nicht richtig auf dem Eis angekommen zu sein, denn Boris Blank (21., 23.) erhöhte mit einem Doppelschlag, ehe Lynn Loyns (33.), erneut bei zwei Mann mehr auf dem Eis, zum 4:0 traf. Garrett Festerling (47.) konnte für Hannover zwar noch einmal verkürzen, aber letztlich war es nicht mehr als Ergebniskosmetik, denn Andreas Driendl (55.) stellte den 5:1-Endstand her.

Hannovers Trainer, Hans Zach, hielt sich nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Spielen kurz: „Es war ein verdienter Sieg für Krefeld. Man hat einfach gemerkt, dass wir nach vier Spielen in acht Tagen nicht richtig da waren.“

„Ich denke, der Sieg geht insgesamt in Ordnung. Man hat auch in diesem Spiel gemerkt, wie wichtig die Specialteams sind. Da waren wir heute einfach die cleverere Mannschaft“, hatte sein Gegenüber, Martin Jiranek, deutlich bessere Laune.

3Stars: Richard Pavlikovsky (KEV), Boris Blank (KEV), Herberts Vasiljevs (KEV)

Die Höhepunkte der heutigen Partien sehen Sie ab morgen auf DEL TV.