Jubiläum für Eisbären-Kultspieler Felski

An seine enorme Popularität in seiner Heimatstadt Berlin hat sich Sven Felski auch nach 18 Jahren Profikarriere noch nicht so richtig gewöhnt.

„Du gehst in den Telefonladen, und plötzlich sagen dir Leute, dass sie deinen Namen als Handycode haben“, schüttelt Felski den Kopf. „Bürgermeester“ nennen sie ihn in Berlin, denn kein anderer Eishockey-Spieler ist so verwurzelt mit einer Stadt und einem Verein. Beim Gastspiel am Dienstag bei den Krefeld Pinguinen läuft der 35-Jährige in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zum 800. Mal für seine große Liebe Eisbären Berlin auf.

„Es macht einen stolz, wenn man auf so eine Anzahl von Spielen kommt“, nickt Felski. Er ist erst der vierte Profi in der Liga-Geschichte, der dieses Jubiläum feiern kann. Vor ihm hatten nur die beiden Kölner Andreas Renz und Mirko Lüdemann sowie Tino Boos (Hannover Scorpions) die 800er Schallmauer durchbrochen.

Doch Felski ist keiner, der viel auf Jubiläen gibt. Zu viel hat er in seiner Karriere schon erlebt und erreicht. Felski ist eine Institution in seinem Klub, der ewige Eisbär sozusagen. Der Stürmer hat nie für eine andere Mannschaft gespielt, was die Fans im schnelllebigen Profigeschäft mit einer seltenen Helden-Verehrung belohnen.

Ernsthafte Angebote anderer Vereine flattern deswegen schon lange nicht mehr ins Haus. „Manchmal kommen Leute und sagen: Wir würden dich ja gerne nehmen, aber du bist eh in Berlin verwurzelt“, sagt der Außenstürmer.

Beim SC Dynamo Berlin, dem Vorgängerklub der Eisbären, begann Felski zunächst als Eiskunstläufer, ehe er mit elf Jahren zum Eishockey wechselte. 1992 wurde er Profi und ließ den Verein auch während der sportlichen Misserfolge in den ersten Jahren nicht im Stich. „Anfangs waren wir Fischfutter“, erinnert sich Felski.  Inzwischen ist er viermaliger Meister, und auch sein Gehalt hat sich den Erfolgen angepasst.

Der Aufschwung kam mit dem Einstieg der finanzstarken Anschutz-Gruppe, der allerdings auch viele Veränderungen mit sich brachte. Das Personal wurde getauscht, der traditionelle Wellblechpalast hatte ausgedient und musste als Spielstätte der Multi-Funktions-Arena am Ostbahnhof weichen - aber an eine Konstante konnten sich die Berliner Fans immer festhalten: Sven Felski im Eisbären-Trikot.

Auch aus der Nationalmannschaft ist der 1,80 m große Athlet nicht mehr wegzudenken. Mit bislang 140 Länderspielen auf dem Buckel ist er der mit Abstand routinierteste Spieler im Olympia-Kader von Bundestrainer Uwe Krupp. „Felski gibt immer einhundert Prozent und ist ein absolutes Vorbild“, lobt Krupp seinen Oldie.

Auf den Kanada-Trip freut sich Felski sehr, denn Vancouver ist „die schönste Stadt, die ich je gesehen habe“. Selbst so einen Spruch nehmen sie ihm in Berlin nicht übel.