News - 28.01.2014

Niki Mondt: „Düsseldorfer Jong“ feiert die 1.000 in der Heimat

Der DEG-Stürmer ist nach Mirko Lüdemann erst der zweite Spieler, der diese Schallmauer durchbricht

Bild: City-Press

Eigentlich hält er nichts von Zahlen und Jubiläen. Aber diese Marke elektrisiert auch ihn. „Ich bin schon stolz, als zweiter Spieler überhaupt diese Marke zu erreichen“, sagt Niki Mondt. Der Stürmer der Düsseldorfer EG wird heute daheim (19.30 Uhr, ISS Dome) gegen den ERC Ingolstadt das 1.000 DEL-Spiel seiner Karriere bestreiten. Ein mehr als denkwürdiger Meilenstein! Denn das ist zuvor erst einem Spieler geglückt, dem Kölner Mirko Lüdemann, der noch 59 Begegnungen mehr auf dem Buckel hat. Mondt hat in seinen bisher 999 Spielen 89 Tore geschossen, 212 Vorlagen gegeben (301 Scorerpunkte) gesammelt und 586 Minuten auf der Strafbank verbracht.

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Geplant hat Nikolaus Mondt, wie er eigentlich heißt, diese Karriere anfangs nicht und er verdankt sie auch nicht etwa einem sportbegeisterten Vater, sondern der Babysitterin. Die nahm ihn nämlich im Alter von vier Jahren mit zum Eisstadion an die Brehmstraße, weil sie verliebt war und ihr Freund dort bei den Junioren spielte. Und dann war auch Niki Mondt Feuer und Flamme. Er erzählte seinen Eltern und bettelte so lange, bis er an einem Bewerbungstraining teilnehmen durfte, das Petr Hejma leitete. „Ich bin nie mehr davon los gekommen“, sagt der Torjäger.

Gemeinsam mit dem heutigen Kapitän Daniel Kreutzer, der es bislang auf 929 DEL-Einsätze bringt, durchlief er die Jahre im Nachwuchs. „Das waren die goldenen Zeiten. Damals fuhren die Spieler alle einen BMW mit ihrem Portrait drauf“, erinnert er sich genau. „Die öffentliche Laufzeit ging von vier bis sechs und um Viertel nach sechs trainierte die erste Mannschaft. Von da an war es mein Traum, Profi zu werden.“

Bild: Bello-Pics

(v.l.): David Mondt, Tino Boos, Daniel Kreutzer, Boris Lingemann, Niki Mondt

Seine Eltern legten ihm keine Steine in den Weg, forderten aber einen Schulabschluss. Er war schon drei Jahre Profi und auch Deutscher Meister, als er 1998 am Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf-Oberkassel sein Abitur bestand. „Zu dem Titel habe ich nichts beigetragen“, sagt er heute bescheiden. „Ich gehörte zum Kader, hab aber in den Play-offs nicht gespielt.“

Umso schöner war die überraschende Meisterschaft 2010 mit den Hannover Scorpions unter Trainer Hans Zach. Es war der Höhepunkt seiner Karriere, in der er nur zweimal schwerer verletzt war: eine Schulteroperation verhinderte 2001 seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft, ein Kieferbruch ein Jahr später die WM-Teilnahme im eigenen Land. „Das war bitter, doch es folgte die Sommerpause, so dass ich in der Liga nicht lange fehlte. Sonst wäre ich nicht auf die 1.000 Spiele gekommen.“

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„Er ist der menschlichste Trainer, den ich hatte. Er hat immer ein offenes Ohr und Verständnis.“

Niki Mondt über seinen langjährigen Trainer Hans Zach

Wegbegleiter und Förderer war Hans Zach. Siebeneinhalb Jahre hat er unter dem Trainer gespielt. „Er wirkt nach außen streng, aber wenn man sich in den Dienst der Mannschaft stellt und ehrliche Arbeit abliefert, hat man kein Problem mit ihm. Viele Dinge, die er dir damals als junger Spieler versucht hat zu vermitteln, realisiert man erst später“, sagt Mondt und bricht eine Lanze für den Alpenvulkan: „Er ist der menschlichste Trainer, den ich hatte. Er hat immer ein offenes Ohr und Verständnis.“ 

Aber es ging auch anders. So erinnert sich Mondt nach den  gemeinsamen Jahren unter Zach an legendäre Kabinenansprachen: „Es konnte laut werden. Er bekam einen roten Kopf, da flogen auch schon mal Trinkflaschen oder andere Gegenstände durch die Kabine. Oder kurz gesagt: Wenn er das Jacket ausgezogen hat und die Ärmel hochkrempelte, dazu dann noch die beiden Worte „friendly warning“ fielen, dann wussten alle, jetzt wird’s gleich verdammt ungemütlich.“ 

Aber, wie der Linksschütze betont, bleibt ein anderer Eindruck. Auf den heutigen Trainer der Adler Mannheim lässt Mondt nichts kommen. Unvergessen ist, dass Zach ihn und die anderen Hannover Meisterspieler wie Tino Boos, Patrick Köppchen und Thomas Dolak nach dem Titelgewinn 2010 als Dankeschön für einige Tage nach Bad Tölz eingeladen und Bergwanderungen gemacht hat.

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Niki Mondt möchte nach seiner aktiven Laufbahn „dem Eishockey erhalten bleiben“. Sportmanagement hat er studiert, jetzt sattelt er Wirtschaftsrecht obendrauf. „Eishockey ist meine Leidenschaft, keine Sportart verbindet so viele unterschiedliche Komponenten, und es ist nie langweilig“, erklärt er. Seine Zukunft sieht der Vater einer Tochter in seiner Heimat. „Ich bin hier aufgewachsen und liebe diese Stadt. Sie ist schön, überschaubar, hier sind Familie und Freunde.“ Wenn es beruflich nicht unbedingt notwendig sei, würde „ich Düsseldorf eher nicht verlassen wollen“. Finanziell ausgesorgt hat er bei weitem nicht. „Aber ich beschwere mich nicht. Ich habe gutes Geld verdient und konnte etwas zurücklegen. Und ich will ja auch noch ein, zwei oder drei Jahre spielen.“

Und Mirko Lüdemann noch den Rekord abjagen? „Nein, da mache ich mir wenig Hoffnung. Mirko ist 40, und bei ihm ist noch kein Ende in Sicht.“

Quelle: Rheinische Post/del.org

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