Spieltag - 20.04.2013

Eiskalte Eisbären mit einer Tatze am Titel-Triple

Zwei Match-Pucks für Berlin / 100. Playoff-Sieg der DEL-Historie / Heimfluch bleibt bestehen

Bild: City-Press

Mit einer Tatze am Titel-Triple: Ein eiskalt und effizient auftrumpfender Rekord-Champion Eisbären Berlin hat das dritte Finalspiel der Serie "Best-of-Five" um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft bei den Kölner Haien mit 6:3 (1:1, 3:0, 2:2) gewonnen. Nach dem insgesamt 100. Playoff-Sieg ihrer Club-Historie können die Hauptstädter am kommenden Sonntag in heimischen Gefilden nach 2011 und 2012 den dritten Titel in Folge sowie ihren insgesamt siebten vorzeitig perfekt machen. Hoffnung für die Haie: Der Heimfluch, der auf dem Duell der beiden Finalisten offenbar lastet, hat auch nach dem siebten Saison-Duell Bestand. Demnach müssten die Domstädter am Sonntag in Berlin (ab 14.15 live in ServusTV) ausgleichen! Für die Berliner war es im 87. DEL-Duell gegen die Domstädter der 49. Sieg.

Bild: City-Press

Vor der Saison-Rekordkulisse von 18.649 Zuschauern legten beide Teams die Scheu voreinander bereits mit dem ersten Bully ab. Die Haie agierten sehr fokussiert, gerieten aber in einen numerischen Nachteil, als Minard nach nur einer halben Minute in die Kühlbox musste: Gefundenes Fressen für die Special-Teams der Eisbären, die sich – ähnlich wie die Haie in Berlin – die Gelegenheit nicht nehmen ließen und durch Julian Talbot nach nur 84 Sekunden in Front zogen. Für den Berliner war es bereits der sechste Playoff-Treffer.

Doch wer gedacht hatte, die Haie würden Wirkung zeigen, hatte sich gründlich getäuscht. Aus einer tiefgestaffelten Abwehr heraus gefielen die Domstädter durch schnelles, präzises Passspiel und störten die Gäste sehr früh. Ein solches „Störfeuer“ brachte kurz darauf den Ausgleich, als die Berliner den Puck einfach nicht aus der Gefahrenzone bugsieren konnten und auch Zepp einen Haie-Schuss nicht unter Kontrolle brachte: Den Abpraller verwertete Ticar sicher zu seinem ersten Playoff-Tor. Auch in der verbleibenden Zeit drückten bissige Haie dem Geschehen ihren Stempel auf: 15:7 Schüsse legten für die optische Überlegenheit der Domstädter ein beredtes Zeugnis ab.

„Das hatten wir nicht im Plan, aber wir haben die Berliner Führung gut weg gesteckt und zum Glück sofort die passende Antwort parat“, sagte Kölns Alexander Weiß zur Drittelpause in die Mikrophone von ServusTV. Doch genau daran haperte es im zweiten Durchgang, als coole Eisbären plötzlich mit gnadenloser Effizienz den Spielverlauf auf den Kopf stellten: Erst Sharrow, der einen formidablen Rückhandpass von Busch in seinem 100. Playoff-Spiel insgesamt, nach 101 Sekunden kalt abtropfen ließ, dann Mark Katic von der Blauen Linie brachten die Berliner mit 3:1 in Front. Als dann auch noch Mads Christensen mit seinem sechsten Playoff-Tor und dem 500. Berliner Playoff-Treffer insgesamt zum 4:1 erhöhte, erhielt die emotionale Atmosphäre in der LANXESS arena endgültig einen deftigen Dämpfer.

„Wir können noch besser“, sagte Berlins Kapitän Rankel vor dem Schluss-Drittel – und es musste wie eine Drohung für die Kölner klingen. Im Schlussdurchgang verteidigten die Gäste aus der Hauptstadt die Serienführung gegen sich noch einmal vehement aufbäumende Haie souverän und ließen zunächst nichts mehr anbrennen.

In packenden Schlussminuten warf der KEC aber noch einmal alles nach vorn: Nach Ales Kranjc Anschlusstreffer vier Minuten vor der Sirene verließ Haie-Goalie Danny Aus den Birken seinen Arbeitsplatz zu Gunsten eines sechsten Feldspielers - mit Erfolg. Marco Sturm nutzte die Überzahl in der Eisbären-Zone zum 4:3. Köln versuchte es weiter mit sechs Feldspielern, jedoch ohne Erfolg. André Rankel (59.) und Mads Christensen (60.) trafen in das verwaiste Gehäuse zum 6:3-Endstand aus Sicht des DEL-Rekordchampions. Trotz der dramatischen Schlussphase, verhagelte der 1:2-Serienrückstand Kölns Urgestein Mirko Lüdemann ein ganz besonderes Jubiläum. Denn der DEL-Rekordaktive hatte das zweifelhafte Glück, seine 150. Playoff-Partie ausgerechnet am Tag einer Niederlage erleben zu müssen.

Tore: 0:1 Julian Talbot (01:24/PP1), 1:1 Rok Ticar (04:39), 1:2 James Sharrow (21:51), 1:3 Mark Katic (30:44), 1:4 Mads Christensen (35:13), 2:4 Ales Kranjc (56:44), 3:4 Marco Sturm  (57:19/EA), 3:5 André Rankel (58:45), 3:6 Mads Christensen (59:58)
Zuschauer: 18.649

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