Tacheles - 15.11.2012

Tacheles - Die Kolumne

Münchens Felix Petermann über den Deutschland Cup, die kommenden Aufgaben und Haarwuchs im Gesicht

Bild: City-Press

Hallo, liebe Fans,

hier ist wieder euer „Flex“.

Nun, ich glaube, die meisten von euch haben den Deutschland Cup verfolgt und freuen sich genauso wie wir über den Titelgewinn. Ich muss sagen, es war wirklich top. Die Stimmung war fantastisch, ihr Fans habt uns wirklich großartig unterstützt. So macht Eishockey Spaß. Und auch in der Mannschaft war die Unterstützung von den Rängen lange Thema. An dieser Stelle darf ich mich im Namen des Teams für drei tolle Tage bedanken. Ihr seid wirklich ein großer Faktor gewesen, dass wir den Cup wieder gewinnen konnten.

Aber auch allgemein gesprochen: Die Woche bei der Nationalmannschaft hat insgesamt großen Spaß gemacht. Klar, wenn man Erfolge feiert, dann ist die Stimmung besonders gut. Schon als wir uns am Dienstag getroffen haben, hat man bei jedem gemerkt, dass er unbedingt gewinnen wollte. Die Trainingsarbeit unter Pat Cortina war hart und intensiv, aber jeder hat ohne Murren voll mitgezogen. Für mich und Martin Buchwieser war das ja nichts neues, da wir Pat ja auch in München als Trainer haben. Die anderen mussten sich natürlich erst einmal an das neue Gesicht gewöhnen. Aber ich glaube, dass nach wenigen Minuten jeder gemerkt hat, wo der Hase langläuft und der Coach nur das Beste will. Wie auch seine Co-Trainer. Alle, und damit meine ich auch die Betreuer und die Physiotherapeuten, haben in den Cup-Tagen ganze Arbeit geleistet. Nur deswegen waren wir so erfolgreich. Ein Rad passte ins andere. So muss es auch sein.

Klar, wir sind jetzt einen Schritt weiter. Aber noch nicht da, wo wir hin wollen. Nämlich zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi. Es steht bis zur Qualifikation im Februar in Bietigheim-Bissingen noch viel Arbeit bevor. Wir alle haben jetzt den ersten Schritt gemacht, das war natürlich wichtig. Aber mehr ist es auch nicht. Denn unter dem Strich zählen nur die Erfolge.

Es ist daher auch ein großer Vorteil, dass sich unsere jüngere Garde noch einmal im Dezember zur nächsten Maßnahme trifft. Am 11. Und 12. Dezember geht es in Chemnitz und Dresden gegen die russische Auswahl. Für die jungen Spieler in unserem Team ist das eine tolle Gelegenheit, sich mit einer großen Eishockey-Nation zu messen. Gerade solche Spiele auf diesem Niveau tragen zur Entwicklung des einzelnen bei. Und auch der Trainer und seine Assistenten können den Spielern ihr Konzept und System noch einmal verdeutlichen. Insgesamt eine gute Gelegenheit, um sich für die Olympia-Quali einzuspielen.

Für uns DEL-Spieler gilt es nun, den Rückenwind vom Deutschland Cup in den Ligaspielbetrieb mitzunehmen. Besonders für uns in München. Mit Platz 12 können wir uns nicht zufrieden geben. Am Freitag in Hannover wollen wir natürlich direkt punkten, um wieder nach vorne zu kommen. Am Sonntag kommt dann Augsburg zu uns. Wer dieses Derby schon mal live erlebt hat, der weiß, was da abgeht. Ein volles Haus und viele Emotionen sind da garantiert. Da brennt die Hütte, das kann ich euch sagen. Vor allen Dingen bekommt unser Neuzugang Paul Stastny direkt mal einen schönen Einblick, wie es hier in der DEL abgeht. Der wird sich wundern, dass die Kommunikation mit den Mitspielern auf dem Eis nicht so leicht sein wird wie in der NHL, wo es ja bekanntlich nicht so laut ist.

Apropos Kommunikation. Kommuniziert werden musste bei uns in der Kabine natürlich auch der Deutschland Cup. Es ist klar, dass man gerade von den kanadischen Teamkameraden aktiv drauf angesprochen werden möchte, wie es denn so beim Deutschland Cup war. Man möchte im gleichen Atemzug auch aktiv über das Abschneiden der Kanadier sprechen. Es geisterte des Öfteren das Wort Ahornsirup durch die Kabine. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Kommunikation ist grundsätzlich zwar wichtig. Mit Jochen Reimer allerdings mittlerweile nicht mehr möglich. Mit dem habe ich zuletzt versucht zu sprechen. Er hört zwar zu, was ich sage und ich glaube auch, dass er versucht zu antworten, doch das ist vergebene Lebensmühe bei ihm. Sein Movember-Bart hat sich mittlerweile so ausgebreitet, dass sein Mund komplett zugewachsen ist. Wenn ich mir das Recht überlege, dann finde ich das gar nicht mal so schlecht. Muss ich mir den Schmarrn von dem nicht mehr anhören. Hat auch seine Vorteile. Christian Wichert hingegen kann noch reden. Dessen Oberlippe ziert derzeit eine schokobraune Raupe.

Wo wir gerade bei Bärten sind. Jochen hatte ja via der DEL-Facebook-Seite, als er noch sprechen konnte, auf unser Spendenkonto unter der Domain movember.com hingewiesen. Da sind wir als EHC-Team natürlich auch gelistet. Wäre toll, wenn da noch der eine oder andere Euro zusammenkommt. Ihr könnt ja mal schauen. Danke schon mal im Voraus.

So, nach dem in München heute Morgen der Strom ausgefallen ist, es hier in der Stadt das absolute Verkehrschaos gab, aber ALLE Spieler trotzdem zum Training pünktlich auf dem Eis waren (sehr löblich), sind wir nun auf dem Weg nach Hannover. Von daher war es das jetzt auch mit der Schreiberei.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit eurem Lieblingsteam.

Viele Grüße, euer „Flex“.

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